26.07.2020

Erkenntnisse in Zeiten der Corona-Krise

Schülerinnen und Schüler formulieren ihre Gedanken.


Edward Hopper, Portrait of Orleans, 1950, The Fine Arts Museums of San Francisco

 

Die Schülerinnen und Schüler der 6M, der 8A und der 8B wurden gebeten, zehn Erkenntnisse (über sie selbst, über die Gesellschaft, das menschliche Verhalten etc.) zu formulieren, zu denen sie in dieser Ausnahmesituation gekommen sind.  

Die folgenden Texte entstanden im März und April 2020. Hier einige Auszüge aus den eingelangten Überlegungen.

Martina Scheuringer

 

 

 

Sara Bajrakterevic  (8A)

 

  • Gezwungener gemeinsamer Hausaufenthalt schadet dem Familienfrieden.

 Wenn man keine andere Wahl hat, als Zeit mit bestimmten Personen zu verbringen, hat man die Möglichkeit, bestimmte Verhaltensmuster dieser Personen zu beobachten. Leicht fallen einem negative Verhaltensaspekte bei anderen auf. Es kommt dann der Zeitpunkt, an dem das Gesprächsmaterial ausgeht und einer sich bereit fühlt, diese negativen Verhaltensaspekte zu erwähnen, was eine angespannte Stimmung zur Folge hat.

  • Telefonate: Entweder gefüllt mit unangenehmer Stille oder überlang.

 Da die Möglichkeiten, unsere Verwandten und Freunde persönlich zu sehen begrenzt sind, müssen wir unsere Kommunikation auf Telefonate reduzieren. Ich war immer eine Person, die ungern telefonierte -  und die Selbstisolation bestätigte diese Abneigung abermals.

Oft rufen ferne Familienmitglieder an und man versucht zwar, ein interessantes Gespräch zu führen, jedoch ist die Gesprächsmotivation nach etwas Smalltalk dahin. Oder man führt hingegen stundenlang ziellose Gespräche, bis man sich fragt, wie man zu diesem Punkt gekommen ist. 

  • Steigende Arbeitseuphorie.

An Tagen, an denen die Langeweile schon langsam ein Taubheitsgefühl hinterließ, war es mein größtes Glück, eine Arbeit fertigzustellen. Ich schätze, der Grund dafür ist, dass mindestens eine Leistung pro Tag zu vollbringen meine Nutzlosigkeit nicht validiert…

Außerdem gab mir die Fertigstellung einer Arbeit überraschenderweise Motivation, mit der nächsten Arbeit anzufangen.

  • Ich lerne mehr über mich selbst und die Menschen um mich

 Durch diese Situation habe ich mehr darüber herausgefunden, wie ich reagiere, wenn ich unter mentalem und emotionalem Druck stehe und was mir in diesen Zeiten hilft. Ich habe eine stärkere Mentalität entwickelt und wurde auch kreativer, indem ich neue Wege fand, mich ohne Internet und Handy zu beschäftigen. Man lernt mehr darüber, welche Aktivitäten einem gefallen und was für Gemeinsamkeiten man mit Familiengliedern hat, was das familiäre Band stärkt.

 

 

Raphael Pichler (8A)

 

  • Mangel wird allein durch Angst verursacht.

 Obwohl eigentlich genügend Klopapier vorhanden ist, kaufen die Menschen viel mehr, weil sie Angst vor einem Mangel haben. Dadurch entsteht ein Mangel. Ironisch.

  • Es ist die Faulheit, nicht der Zeitmangel.

 Es gilt zuzugeben, dass die vielen Projekten, die ich immer aufschiebe, nicht an Zeitmangel scheitern. Das habe ich mir immer eingeredet, die Wahrheit ist jedoch: Ich bin einfach faul.

 

 

Martina Scheuringer

 

Als ich Mitte März diese Aufgabe an meine SchülerInnen ausschickte, schrieb ich bereitwillig dazu, sie auch selber auszuführen. Also:

 

  • Das aktuelle Heilsversprechen im Bildungssystem: Zoom.

 Im Bildungsbereich, so scheint es, harrt man – trotz ständiger Widerlegung durch die Wirklichkeit – auf eine Art Erlösung, auf eine Idee, die Bildung so einfach macht, dass sie mehr oder weniger wie „von selbst“ vonstatten geht. Ohne gröbere Anstrengung, spielerisch, locker. Ich kann mich noch an die unerklärliche Euphorie um die Power-Point-Präsentation erinnern: Wenn man die als LehrerIn ordentlich gestalte, könne eigentlich nichts mehr schief gehen. Es gilt immer wieder, sich daran zu erinnern, dass die Mittel zum Zweck (Tafel, Schwanenhals, Powerpoint, Moodle, AppleTV, Zoom, MS irgendwas,…) letztlich eben nur Vehikel, Werkzeug, eben Mittel und nicht Zweck sind – es sei denn, man wird InformatikerIn oder Ähnliches. Letztendlich bedeutet Bildung vor allem Wissen und Denken; sich ersteres zu erarbeiten und zweiteres ständig einzuüben, bleibt bis zu einem gewissen Grad anstrengend und kann auch nicht an die Digitalisierung ausgelagert werden; von der Herzensbildung ganz zu schweigen.

  • Man kann die SchülerInnen nicht auf „die Zukunft“ vorbereiten.

 Hätte ich die SchülerInnen in der Vergangenheit auf die Zukunft vorbereitet, hätte ich sie eventuell dazu animieren sollen, in die Gesichtsschutz-Branche einzusteigen. Da sich diese Entwicklung aber nicht vorhersehen ließ, konnte ich sie auch nicht darauf „vorbereiten“. Hier wird sichtbar, dass die Forderung, SchülerInnen „zukunftsfit“ zu machen, ein paradoxes Unterfangen bleibt.

  • „Wir müssen nichts so machen, wie wir’s kennen, nur weil wir’s kennen, wie wir’s kennen“.

Diese Liedzeile der alten „Sterne“ kam mir gelegentlich wieder in den Sinn, als man beobachten konnte, wie schnell sich Dinge letztlich ändern lassen. Scheinbar unumstößliche Regeln wurden etwa im Schulwesen mehr oder weniger von einer Stunde auf die andere verworfen, abgeändert, pragmatisch angepasst.

Natürlich macht man vieles auch deswegen, weil es sich bewährt hat, aber oft auch einfach nur, weil man es kennt, wie man es eben kennt. Das Leben wäre ohne diese Praxis wohl auch zu unübersichtlich, unvorhersehbar und der menschlichen Natur nicht zumutbar.

Trotzdem bleibt eine Frage haften: Ist der Stress, der etwa im Schulalltag bei LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern entsteht, in der intensiven Form denn unbedingt notwendig – für Bildung? Anstrengung, ja, natürlich; aber dieses emsige und letztlich oft gedankenlose Hasten im Hamsterrad? Würden z.B. nicht auch weniger Schularbeiten ausreichen? Ließe sich nicht mehr auf Qualität als auf Quantität hinsichtlich des zu lernenden Stoffes achten?

Und nicht nur im Schulwesen; generell böte sich nun die Chance, diese „Hamsterradmentalität“ zu hinterfragen – ohne dabei in womöglich kitschige Sozialutopien abzugleiten. Könnten Menschen nicht auch zufrieden sein, etwas weniger zu erwirtschaften, dafür aber mehr Zeit zu haben für sich, für sogenannte Hobbys, für die Familie? Braucht man teure Fernreisen für das Glück? Kann man zu dritt oder viert nur in einem Haus froh sein, in dem auch locker 15 Leute Platz fänden?

  • Das Leben ist, hm, schön.

 Trotz aller Widrigkeiten und auch trotz des oben erwähnten Stresses: Letztlich ist das Leben eine zwar seltsame, aber interessante und schöne Angelegenheit.

Naja, um redlich zu bleiben: Es ist auch nicht IMMER schön oder interessant, aber man kann sich in den Zeiten, in denen es weder das eine noch das andere ist, relativ sicher sein, dass es irgendwann wieder schön und/oder interessant werden wird.

 

 

Lisa Huber (8A)

 

  • Der normale Alltag ist einem lieber als man denkt.

Gerne beschwert man sich über die alltäglichen Dinge im Leben. Die Schule sei viel zu stressig und die Arbeit überbelastend. Fallen diese Dinge dann aber schlagartig weg, merkt man erst, wie wichtig sie sind. Es stimmt zwar zweifellos, dass das Schulleben nicht immer leicht ist und mit sehr viel Druck verbunden ist - trotzdem sollte man das Gesamtbild sehen und sich daran erinnern, welch Privileg es ist, überhaupt in die Schule gehen zu können.

Die Schließung der Schulen war besonders für die Maturanten ein Schlag ins Gesicht. Auch, wenn die Matura bei vielen mit Angst verbunden ist, ist es trotzdem DER Abschluss, auf den man jahrelang hingearbeitet hat. Und es war die Zeit danach, auf die man sich so gefreut hat. Natürlich kann man sich jetzt noch immer darauf freuen, aber ohne definiertes Datum und mit diversen Beschränkungen fällt einem das eindeutig schwerer.
Die Situation ist vergleichbar mit einem Marathonlauf, der nur mit viel Training und Disziplin schaffbar ist… und ein paar Meter vor dem Ziel, wenn man schon müde und ausgelaugt ist, wird die Strecke unabsehbar weit verlängert. Die Vorfreude bricht zusammen und ein Gefühl von Frustration, Ärger und Trauer macht sich breit.
Auch andere Dinge, wie der tägliche Kontakt mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts, fehlen einem besonders dann, wenn man ihn nicht haben kann.

  • Selbstkonfrontation ist wichtig.

Nur noch Zeit zu Hause zu verbringen, birgt die Gefahr, dass einem die Ablenkungsmöglichkeiten langsam ausgehen. Dann ist man ganz plötzlich konfrontiert mit sich selbst. In einer Welt, in der man andauernd irgendetwas zu tun hat und in den Pausen gedankenlos aufs Handy schaut, ist eine Quarantäne-Situation vielleicht gar nicht das Allerschlechteste. Denn irgendwann kommt man zu dem Punkt, an dem die Sinnlosigkeit dieser Beschäftigung ins Bewusstsein rückt und man sich plötzlich fragt, warum man seine Zeit eigentlich so maßlos verschwendet. Einfach nur dasitzen und nachdenken kann bedrückend, befreiend, langweilig, spannend oder sonst etwas sein. Das liegt meiner Erfahrung nach nur daran, in welchen Gefühlszustand man sich befindet. Durch diese Selbstkonfrontation kann man wichtige Erkenntnisse für sich selbst ziehen, die einem als Wegweiser für das zukünftige Leben dienen können.

  • Selbstoptimierung ist nicht das Wichtigste.

Diese Erkenntnis ist mir nicht erst jetzt gekommen. Sie ist aber aufgrund der Krise wieder in mein Gedächtnis gerufen worden, auch, weil ich in letzter Zeit immer wieder über dieses Thema im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen gestolpert bin. Jetzt, wo die Welt sozusagen still steht, fühlen Menschen langsam den sozialen Druck von sich herunterfallen. Meine eigenen Erfahrungen sehen zwar anders aus, aber ich fand die Ansichten trotzdem interessant, da sie mich daran erinnert haben, wie wichtig das Erscheinungsbild ist. Immer sein Bestes zu geben ist sicherlich nicht verkehrt. Man sollte aber seine persönlichen Grenzen kennen, um nicht in einen Selbstoptimierungswahn hineinzurutschen. Das Verlangen danach, immer bessere Leistungen zu erbringen oder immer erfolgreicher zu werden, ist einerseits ein notwendiger Antrieb, um persönliche Ziele zu erreichen. Andererseits kann der ständige Druck Überhand nehmen, was sich mental sehr negativ auswirken kann. Man sollte sich auch daran erinnern, wofür man sich die ganze Mühe überhaupt macht. Um jemandem anderen zu gefallen oder um sich selbst etwas Gutes zu tun?
Obwohl das jetzt vielleicht so klingen mag, als wären mir mein Erscheinungsbild und meine Leistungen egal, muss ich noch sagen, dass auch ich sehr leistungsorientiert bin. Ich vergleiche mich auch ständig mit anderen und bin enttäuscht von mir selbst, wenn ich etwas nicht schaffe. Die Erkenntnis, dass dies alles eigentlich gar nicht so wichtig ist, habe ich zwar schon gemacht, aber ganz durchgedrungen ist sie anscheinend noch nicht. Daraus kann ich auch erkennen, dass selbst Erkenntnisse keine Wunder bewirken und man trotzdem leichter als gedacht in alte Verhaltensmuster zurückfällt. 

 

 

Ezo Kuldas (6M)

 

  • Werde ich den herkömmlichen Alltagsstress wieder bewältigen können?

Ich hab fast vergessen, wie mein Alltag vor dem ganzen Daheimbleiben aussah. Die Erinnerung daran, dass davor mein Alltag gefüllt mit Verpflichtungen und Aktivitäten war, kommt mir mittlerweile fremd vor. Die Umstellung vom jetzigem „Nichtstun“ auf durchgeplante Wochen wird zunächst schwierig werden, wahrscheinlich. Mich wundert es, wie ich diesen Stress davor immer geschafft habe, wo mir doch jetzt schon einfache Schulaufgaben wie Schwerstarbeit vorkommen. Ich hoffe, ich krieg das alles wieder hin.

  • Die Jogginghose ist nun sozial akzeptiert.

Normale Hosen erscheinen mir derzeit eng und feindlich. Früher wurde man gemeinhin als ungepflegt oder faul abgestempelt, wenn man zur Jogginghose griff. Da zurzeit aber eh jeder daheim ist und keiner vorbeikommt, ist sie endlich sozial akzeptabel.

  • Die Tage werden zu einem einzigen Loop.

Zeit ist ein Konzept. Es existiert nicht wirklich und hat keine große Bedeutung - außer es geht ums Abgeben von Hausaufgaben… 2 Uhr morgens ist nicht wirklich anders als 14 Uhr, außer natürlich, dass es dunkel ist. Die Tage werden zu einem einzigen Loop und sehen gleich aus. Das Datum weiß ich auch nicht. Wie lange bin ich schon hier? Keine Ahnung. Redet mein Tisch schon mit mir? Vielleicht .

 

 

Nina Harrer (6M)

 

  • Der Sinn des Lebens: LEBEN!

Wie viel Zeit ist vergangen zwischen dem Corona-Ausbruch in Wuhan und der Verbreitung der Viren auf der ganzen Welt? Ich weiß es nicht. Die Zeit vergeht schnell, aber irgendwie auch gar nicht. Ich weiß auch nicht, wie lange ich schon zu Hause sitze und nichts mache außer zu lernen, Netflix zu schauen und Bücher zu lesen. Ich bin in meinen eigenen Gedanken erstickt und wusste zunächst nicht, wie ich wieder Luft holen konnte. Aber Bücher, Telefonate und Familienzeit haben mir geholfen. Ich wusste wieder, was der Sinn des Lebens war: LEBEN!

Vor der Ausgangssperre in Österreich war ich so gut wie jeden Abend draußen. Manchmal alleine, aber oft auch mit Freunden, Freundinnen und meinem Hund. Ich versuche, seit ein paar Monaten, so viele schöne, qualitative Erinnerungen mit meinen Mitmenschen zu sammeln, wie es nur geht, aber in letzter Zeit ist das natürlich nicht so leicht. Wenn man weniger Zeit mit anderen Menschen verbringt, lernt man, Zeit mit sich selber zu verbringen -ohne dabei in ein dunkles Gedankenloch zu fallen. Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass über sein Leben nachzudenken nichts Schlechtes ist. Jedoch finde ich, dass Menschen, welche nichts anderes mehr tun, als gedanklich um sich selbst zu kreisen, oft in depressionsähnliche Zustände verfallen.

 

 

Merlin Mittermaier (8A)

 

  • Die Regeln in der Schule können geändert werden.

In diesem Schuljahr wurde ich umfassend darüber informiert, wie zum Beispiel die Matura ablaufen muss - bis hin zu Vorschriften, was man anziehen soll etc. etc. Nach alldem scheint es unglaublich, dass jetzt doch tatsächlich der Zeitplan der Matura nicht eingehalten wird. Die VWA-Präsentationen, deren Relevanz bei jeder Gelegenheit unterstrichen wurde, fallen sogar ganz aus. Das bestärkt mich einmal mehr in meiner Ansicht, dass man sowieso nie weiß, was die Zukunft bringt und dass man deshalb mehr im Moment leben sollte.

  • Die Tage gehen vorbei, egal was man macht.

Während der Schulzeit ist man einige Stunden des Tages sowieso beschäftigt, dann treffe ich oft noch Freunde, lerne oder gehe trainieren. Jetzt habe ich, wie gesagt, nicht viel zu tun, aber ich langweile mich fast nie und die Tage kommen mir nicht länger vor. Meine Erwartung wäre gewesen, dass mich die Langeweile dazu bringt, etwas Kreatives zu machen und Sachen zu versuchen, die ich noch nie gemacht hätte, aber selbst wenn ich alle meine elektronischen Geräte abschalte und alle Bücher und Ähnliches weglege, kann ich immer noch dasitzen und auf einen Punkt in der Wand starren, ohne dass mir langweilig werden würde oder ich einen sonderlichen Tatendrang verspürte.

  • Alle dichten Songs.

Jeden Tag zeigt mir meine Mutter ein weiteres Video irgendeines flüchtigen Bekannten, der einen Song zum Thema Corona-Virus, Händewaschen oder Quarantäne zum Besten zu gegeben hat. Auch wenn es gut gemeint ist: Ich weiß mittlerweile, dass man zu Hause bleiben soll, danke allerseits.

  • Die Internetkapazität ist limitiert.

An den letzten Schultagen habe ich mit einem Freund eine Wette abgeschlossen, die mir fünf Euro einbringt, sofern zumindest temporär und lokal das Internet abstürzt. Auch wenn es nicht danach aussieht, kann ich weiter hoffen. Mehrere große Plattformen haben bereits die Bildqualität beim Streaming heruntergesetzt, um das Internet nicht zu überlasten, da naheliegenderweise gerade unglaublich viele Menschen das Internet nutzen.

  • Man hat sich nichts zu sagen.

Ich habe von den meisten meiner Freunde lange nichts mehr gehört, auch wenn wir uns einfach schreiben könnten, aber wenn niemand etwas Spannendes erlebt, kann auch keiner etwas erzählen. Generell finde ich, dass „soziale Medien“ nur als Ergänzung zum echten Kontakt dienen können und diesen nicht ersetzten.

 

 

Eine Schülerin der 6M

 

  • Wir schreiben Geschichte – oder das Drehbuch zur nächsten Netflix-Serie?

Es ist so surreal – als uns in der Schule gesagt wurde, nun sperrten wir zu, die Lage sei ernst, wir blieben ab jetzt zu Hause, musste ich erst einmal laut lachen. Eine Art Schockreaktion, würde ich sagen. Ich empfinde die aktuelle Situation als derart realitätsfern, dass ich mir tatsächlich vorstellen könnte, eine Serie auf Netflix darüber zu sehen – und so ging es mir bisher noch nie in meinem Leben.

Und ich sehe es bereits vor mir: Meine Enkel sitzen im Geschichteunterricht, schlagen ihr Buch auf und lesen die „10 wichtigsten Fakten“ über die Pandemie „Corona“ in Österreich – beziehungsweise weltweit – 2020; diskutieren, wie es ohne Schule wäre, denken an ihre Großeltern und befragen sie beim nächsten Familientreffen im Zuge des Geschichteunterrichts zum gerade dort behandelten Thema COVID 19. Was ich dann wohl zu erzählen habe? Mal sehen, wie es weitergeht; eine gute Geschichte gibt das auf jeden Fall…

  • Plötzlich ist man mittendrin.

Der österreichische Normalfall ist dergestalt, dass wir Katastrophen, Ausnahmezustände und wirkliche Probleme nur über diverse Bildschirme mitverfolgen, mitten im Geschehen sind wir bei diesen nie. Kriege, Hungersnöte, Kinderarbeit, Smog: All diese Problematiken erleben wir hier in Österreich nicht, wir wissen, dass es sie gibt, jedoch können wir uns meist nicht ansatzweise vorstellen, was diese wirklich bedeuten. Durchaus interessant also, wie nun die ganze Welt – und alle Gesellschaftsschichten – mit Corona kämpft.

  • Es lebe die Fertigpizza!

Ich lebe essens- und ernährungstechnisch momentan ziemlich paradox; gerade jetzt, wo man mehr Zeit zum Kochen haben und der Abstand zu Fertiggerichten sich mit jedem Tag vergrößern sollte, tendiere ich nun umso mehr zu diesen und etwas genauer zur – Fertigpizza! Wir schreiben nun den dritten Tag in Folge, an dem mein Mittagessen aus einer Feta-Spinat-Pizza bestand - durchaus schmackhaft, jedoch mit bedenklich hohem Fett-, verstecktem Zucker- und Kaloriengehalt. So verlasse ich mich derweil auf eine langanhaltende Krisensituation dank COVID 19, die die Öffnung der Freibäder, Badeseen und Ähnlichem langfristig unterbindet, denn für die Bikinifigur ist diese Diät ganz und gar nicht optimal…

 

 

Eine Schülerin der 6M

 

  • Ich vermisse die Schule.

Ich vermisse es, meine Freunde jeden Tag zu sehen, ich vermisse die Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern, die ich mittlerweile schon sechs Jahre lang kenne - und natürlich vermisse ich auch die Schokoreiswaffeln aus dem Automaten im dritten Stock. Schule ist trotz allem nicht so schlecht, wie sie oft dargestellt wird und für die meisten Schüler ein klein wenig wie ein zweites Zuhause. Schule ist nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern war auch der „Wingman“ für meine schönsten Freundschaften und die besten Insider! Unsere Klassengemeinschaft ist meiner Meinung nach extrem gut und die Klasse für mich wie eine laute, chaotische, aber liebevolle zweite Familie. Genau deshalb hoffe ich, dass wir uns alle sehr bald wieder sehen!

  • Langweile ist besser als gedacht.

Normalerweise hab ich immer etwas vor: Freunde treffen, Musikschule, Tanzstunden, jeder Tag ist verplant, aber dadurch, dass nun alles abgesagt wurde, bleibt seeehr viel Zeit zum Langweile-Haben und das ist ja nicht unbedingt schlecht! So habe ich etwa vorgestern wieder angefangen, ein Lied zu schreiben und meine mittlerweile schon leicht verstaubten Zeichensachen herausgeholt. Mein Kleiderschrank ist aufgeräumt wie noch nie zuvor und mein Zimmer könnte in einem Katalog landen.

 

 

Anna Fasoli (6M)

 

  • Ich wäre eine tolle Fitness-Influencerin.

Äußerst eifrig arbeite ich täglich meinen Sportplan ab. Mein tägliches Workout verbrennt genügend Kalorien, um nach der Quarantäne den perfekten Sommerbody präsentieren zu können:

Das mehrmalige Aus-dem-Bett-Kriechen fördert meine Bauch- und Rückenmuskulatur, meine Beine trainiere ich durch mehrmaliges Auf- und Abrennen der Stufen vom Kellergeschoß bis zum ersten Stock. Mit Tür-Aufmachen des Kühl- beziehungsweise Gefrierschrankes halte ich Bi- und Trizeps in Form.                                                                                 Bevor ich mein aufgewärmtes  Essen verzehre, verweile ich ein bisschen in der „Sauna“, um Fett zu verbrennen: Während meine saftige Käsepizza im Ofen bruzzelt, setze ich mich vor den Ofen, um die Wärme „aufzusaugen“.

Um meine Armmuskeln noch einmal anzustrengen, presse ich professionellst meine Zitronen aus und schütte den Saft in ein Glas. Meine vier Teelöffel Zucker machen das Sportgetränk genießbar. Der Rest des Zitronensaftes wird zu einem stilvollen Sorbet verarbeitet.

Der Neid auf meine Figur nach der Ausgangssperre ist mir sicher.

 

 

Alexandra Berer (6M)

 

  • Ich bin nicht so produktiv wie in der Schule, weil ich mich ablenken lasse.

Eigentlich könnte man meinen, dass man zu Hause produktiver sei als in der Schule, weil man nicht mit anderen reden/sich von anderen ablenken lassen kann. Doch ich lasse mich zu Hause dafür von anderen Dingen ablenken. Und die lenken mich noch mehr ab, als wenn ich mit anderen rede. Denn dann stehe ich von meinem Schreibtisch auf und bis ich mich wieder hinsetze, vergeht die Zeit. Wenn ich in der Schule mit anderen rede, sitze ich ja noch immer bei der Aufgabe und kann schneller wieder weitermachen.

 

 

Florian Seyfriedsberger (8A)

 

  • Ein Leben ohne Kebab und Pizza

Eine Erkenntnis war, dass ich Restaurants vermisse. Schon gleich zu Anfang wurde mir bewusst, dass es eine schwere Zeit werden würde - ohne Kebab und Pizza.

 

 

Eunice Lucaci (8B)

 

  • Ich bin froh, in einem Land mit stabiler Wirtschaftslage zu leben.

In der Situation, in der wir uns befinden, muss man der Regierung vertrauen. Man muss darauf vertrauen, dass sie Maßnahmen ergreifen werden, die zur Besserung der Lage führen. Ein Großteil der Bevölkerung arbeitet nicht mehr, dennoch werden sie noch bezahlt. Man muss sich auch keine Sorgen um eine Lebensmittelknappheit machen, da bis dato für alles gesorgt wurde. Länder, die unter normalen Umständen mit ihrer Wirtschaftslage zu kämpfen haben, werden in einer Krisensituation wie dieser noch mehr Schwierigkeiten haben.

  • Es wird lange dauern, bis sich alles wieder normalisiert hat.

Viele Sachen, die die Zukunft betreffen, sind ungewiss. Auch, wie lange diese Ausgangsbeschränkungen noch andauern werden bzw. wie oft sie wieder aktiviert werden. Es wird also seine Zeit brauchen, bis alles wieder beim Alten ist. Fraglich ist, ob es überhaupt je wieder wie früher sein wird.

 

 

Marie Colic (6M)

 

  • Ich denke viel über Dinge nach, für die ich sonst keine Zeit habe.

Seit den „Corona-Ferien“ denke ich sehr viel über mich nach. Dabei stellt sich mir oft die Frage: Bin ich eigentlich mit mir selbst zufrieden? Könnte ich eventuell etwas an meiner Persönlichkeit ändern? Ich denke auch oft über Menschen nach, die mir sehr wichtig sind bzw. Menschen, die ich meine Freunde nenne. Sind sie wirklich meine wahren Freunde? Ich weiß nicht wieso, aber wenn ich so viel Zeit habe, werde ich immer misstrauischer gegenüber Dingen, denen gegenüber ich es eigentlich nicht sein sollte.

  • Mein Essverhalten ist unkontrolliert.

Im gewohnten Alltag habe ich dieses Problem nicht, doch da mir nun auf einmal so viel Zeit zur Verfügung steht, wird mir meist irgendwann langweilig und  dann beginne ich zu essen, obwohl ich eigentlich satt bin. Würde ich wenigstens etwas Gesundes essen, wäre das Problem nur halb so schlimm. Doch meistens handelt es sich um keinen Apfel, sondern um kalorien- und zuckerhaltige Speisen. Ich bin mir sicher, dass ich nach der Corona Krise 10 kg mehr haben werde, die dann aber hoffentlich im Fitnessstudio wieder abgespeckt werden können.

 

 

Kimberly Kainz (8B)

 

  • Verkäufer und Reinigungskräfte sind wichtig

Oft wird auf Jobs wie Verkäufer sogar hinabgeblickt, da es nicht jedermanns Traumjob ist und das Einkommen nicht besonders hoch ist. Doch gerade diese Jobs sind vor allem zu dieser Zeit sehr wichtig. Ohne sie wären wir nicht in der Lage, an Lebensmittel zu gelangen und uns täglich zu versorgen. Ebenso wäre die Hygiene nicht vorhanden, gäbe es niemanden, der sich um die Sauberkeit kümmert. Die derzeitige Situation sollte uns klar machen, dass jeder Job zu unserem Wohl beiträgt.

Juliane Egger (8B)

  • „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ – Karl Lagerfeld

Dieses Zitat gilt es nicht weiter zu kommentieren, denn die Jogginghose ist im Moment unser ständiger Begleiter und attestiert, dass man das eigene Leben im Moment nur sehr beschränkt kontrollieren kann.

  • Corona-Depressionen sind die neuen Winter-Depressionen.

Die menschliche Psyche, mit Sicherheit eine höchst fragile, kann mit der derzeitigen Situation nur sehr begrenzt umgehen. Durch den Gedanken an die bevorstehende Wirtschaftskrise, die Unsicherheit betreffend die eigene Zukunft, die Befürchtung einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung und die Angst, jemanden an eine ganz und gar unsichtbare Bedrohung zu verlieren, ist die Aussicht der Menschen mit Sicherheit keine rosige. Hinzu kommt, dass dies unter den gegebenen Umständen nur sehr schwer veränderbar ist. Während herkömmlich schlechte Laune und Pessimismus oft durch genügend Freizeitaktivitäten und regelmäßigen Kontakt mit anderen Personen beeinflusst werden können, treten solche Vorfälle wie der derzeitige historisch gesehen nur äußerst selten auf. Die Geschichte zeigt, dass Menschen eine Aufgabe benötigen, um in Frieden mit sich selbst und anderen leben zu können, doch was für einen Sinn gibt es im Moment?

  • Wir tragen unsere bisherige Normalität zu Grabe.

Wir müssen sie zu Grabe tragen, denn durch einschneidende Ereignisse wie dieses, ist eine Verlagerung der Prioritäten notwendig. Die Globalisierung, entscheidender Faktor für die Ausbreitung dieser Pandemie, wird uns zwar mit Sicherheit erhalten bleiben, doch der Trend zur Selbstversorgung wird sich etablieren. Die Bevölkerung, welche sich wie bisher selten auf das eigene Land fokussiert, legt plötzlich Wert darauf, dass sich Österreich selbst erhalten kann. Ein Blick auf die Supermarkt-Regale zeigt, ein Bewusstsein für regionale Produkte und heimische Betriebe wurde entwickelt. 

Des Weiteren stirbt der rechte Rand der Politik einen elendigen Tod. Für wie lange ist mit Sicherheit ungewiss, doch Populisten wie Trump, Johnson, aber auch Bolsonaro haben die Gefahr viel zu lange unterschätzt und kommen mit ihren üblichen Vorgehensweisen nicht sehr weit, denn die Menschen beginnen, rational zu denken. Selbiges ist auch in der heimischen Politik bemerkbar, denn außer diversen Fake-News über eine angebliche, neue Flüchtlingswelle und einem mehr oder weniger amüsanten Yoga-Video von Kickl, hat die FPÖ wenig zu melden. Und das ist auch gut so.

Auch wird ein Wertewandel erfolgen. Die Hoffnung, dass man die einfachen Dinge des Lebens wieder zu schätzen wissen wird, stirbt schließlich zuletzt.

 

 

Sara Decker (6M)

 

  • Außer meiner Familie sieht mich eh keiner - ist doch egal, wie ich aussehe

Durch Schule, Arbeit, Hobbys oder Treffen mit Freunden wird man normalerweise fast schon dazu gezwungen, darauf zu achten, wie man aussieht oder was man trägt. Aber zu Hause, wenn man nur seine Familie sieht oder per Skype gute Freunde? Da fehlt meistens der Ansporn, sich fertig zu machen und schlussendlich wird es doch wieder die Lieblingsjogginghose. Aber wie lange ist das gut für einen oder wie lange hält man das durch? Bei mir waren es drei Tage; drei Tage, bis mir der Stress gefehlt hat, mich herzurichten und das Outfit des Tages zu bestimmen. Deshalb wurde mein System wieder eingeführt, wenn auch in einer etwas gemütlicheren Variante. Denn wer braucht schon enge Jeans für zu Hause?

 

 

Elisabeth Schiebler (8A)

 

  • In Bescheidenheit leben ist erschreckend ungewohnt.

Heutzutage ist man einen Alltag gewohnt, welcher voller Freizeitangebote, Arbeit, Stress und Spaß steckt. Plötzlich hat man keines dieser Angebote. Man kann lediglich Lebensmittel einkaufen, zu Hause sein und spazieren gehen.

In so einer Situation ist die Zeit gekommen, wieder bescheidener zu leben und sich Zeit für Aktivitäten, Menschen oder Ideen zu nehmen, welche schon seit Längerem eher am Ende der To-do-Liste gestanden sind. Man ist in unserem Alltag oft mit anderen Menschen und Aktivitäten beschäftigt, welche einem im Moment wichtiger scheinen, aber die Menschen und Aktivitäten, die eigentlich bedeutsamer sind, lässt man schnell mal ganz hinten in der Warteschlange stehen. Zeiten wie diese sind dafür da, sich wieder auf die wirklich bereichernden Momente zu konzentrieren. Mit seiner Familie lange reden, Spiele spielen, spazieren gehen,.... Man braucht nicht immer eine Party, alle seine Freunde oder irgendein Abenteuer, um eine schöne Zeit zu haben.

Aber in Zeiten wie diesen kann man sich auch mehr Zeit dafür nehmen, einfach allein zu sein. Wann ist man in unserem routinierten Alltag mal wirklich ganz allein?
Man ist es gar nicht mehr gewohnt, allein nach draußen zu gehen, ohne sich etwas mit jemandem ausgemacht zu haben oder schon mit jemandem unterwegs zu sein. Man kommt kaum dazu, sich mal allein hinzusetzen und in Ruhe zu denken, zu entspannen und sich selbst ein bisschen mehr kennenzulernen. Genau dafür hat man endlich mal Zeit.

Man kann die schönen, bescheidenen Momente im Leben genießen.

  • Das Leben kann sich schneller verändern als man denkt.

In meiner Vorstellung vor ein paar Wochen wäre ich jetzt gerade im größten Schulstress. Jede Woche eine Schularbeit, jeden Tag Hausaufgaben und lernen bis zum Bettgehen, aber keine Zeit für Familie, Freunde und mir selbst. Ich würde zwischen diesen Aufgaben noch meine VWA-Präsentation halten und mich  langsam für die Matura vorbereiten, Maturareise planen, mich fürs Studium anmelden und mich auf die nächste Zeit freuen, was ich sowieso schon das ganze Jahr getan habe.
Vor ein paar Wochen, ich kann mich noch gut erinnern, diskutierten wir im Englischunterricht darüber, dass der Umgang mit dem Problem „Corona“ übertrieben sei und die Menschen nur in Panik versetzt werden - und das auch noch ohne Grund. Wenn ich an das zurückdenke, bin ich ehrlich gesagt ein wenig geschockt. Dass wir alle so ein Sicherheitsgefühl hatten… Eigentlich waren wir der Inbegriff von naiv. Denn wie man sieht, kann sich die Situation schneller ändern, als man denkt.

Immerhin haben sich die ersten Beschränkungen in einem Zeitraum von ungefähr vier Tagen ergeben. In diesen vier Tagen hat sich das Leben für einen großen Teil Österreichs (Schüler) auf den Kopf gestellt, so dass man sich ein wenig überrumpelt gefühlt hat.
Man weiß eigentlich nicht, was man davon halten soll. Vielleicht sieht die Situation in vier Tagen ja wieder anders aus.

Nach dieser Erfahrung würde ich sagen, darf man sich für die Zukunft nicht mehr so ein genaues Bild malen, einfach um sich Enttäuschungen zu ersparen.

  • Man will immer das, was man im Moment nicht hat.

Ich bin ein Mensch, der viel Beschäftigung und Gesellschaft genießt... Im normalen Alltag habe ich auch genug davon gehabt, so dass ich dann immer gerne nach Hause wollte, allein sein wollte, keine Schule haben wollte und einfach nur entspannt zu Hause nichts tun wollte. Jetzt, wo ich das tun kann, merke ich an mir selbst, dass ich den Stress, die durchgehende Beschäftigung mit anderen Menschen, mit Aktivitäten und Aufgaben eigentlich ganz gut fand und ich gerne wieder eine wirkliche Aufgabe, bei der ich aus dem Haus gehen kann, herbeisehne.

Also es läuft nach diesem Prinzip: Wenn man lange Haare hat, möchte man kurz, wenn man kurze hat, möchte man lange. Vielleicht wären mittellange Haare der Kompromiss und man wäre endlich zufrieden. Hinsichtlich der Haar-Situation womöglich immer noch nicht, aber ich denke, in Bezug auf mein davor geschildertes Problem, wäre ein Mittelmaß eine Lösung - aber dafür müsste man fast das ganze Schulsystem umkrempeln, damit man nicht mehr so überfordert ist mit dem, was man zu Hause für die Schule erledigen muss, sondern eine gute Menge an Stress und Aufgaben angeboten wird und man im Gegenzug sein soziales Leben und seine Freizeitaktivitäten gut kontrollieren kann.

 

 

Fabian Haslinger (8B)

 

  • Die Benotung ist ein großes Problem.

Ich hoffe, es wird davon ausgegangen, dass nun alle Maturanten eine ausgezeichnete Präsentation abgeliefert hätten, ansonsten würden wahrscheinlich überdurchschnittlich schlechte Noten verteilt werden. Auch sollte dieser Ausfall bei der Zusammenstellung und Benotung der Matura berücksichtigt werden - allerdings könnten Arbeitgeber dann argumentieren, dass die Matura dieses Jahrgangs weniger Wert sei.

  • Mein Lebensstil heißt Quarantäne.

Ich muss hier gar nichts ändern. Ich spiel einfach weiter Monster-Hunter.

 

 

Enna Avdic (6M)

 

  • Kochen ist schön.

Kochen ist sehr abwechslungsreich und lustig – vor allem gemeinsam mit der Familie. Da man logischerweise nicht außerhalb von zuhause essen kann, ist man auf das eigene Essen angewiesen. Das ist ja auch nicht schlimm so, weil man auch vor der Corona-Zeit größtenteils zuhause gegessen hat. Und mit all der Zeit, die ich gerade habe, muss ich sagen, macht mir das Kochen richtig Spaß. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man etwas zubereitet, das der restlichen Familie schmeckt. Dann fühlt man sich einfach wertgeschätzt. Und während man vieles alleine zubereiten kann, wie z.B. irgendwas mit Nudeln oder dergleichen, macht die Sache auch viel mehr Spaß, wenn man gemeinsam etwas aufwändiger Gerichte ausprobiert. So haben wir zum Beispiel letztens „Punjene Paprike“ zubereitet. Punjene Paprike sind ein sehr bekanntes Gericht bei uns: gefüllte Paprika – sehr gut geworden.

 

 

Christian Feichtinger (8A)

Achtung: Einige der folgenden Erkenntnisse sind sehr flapsig und sarkastisch geschrieben und müssen auch so aufgefasst werden.  

 

  • Politiker haben einen Sinn.

Als bekannter (und gefürchteter) Zyniker, der zu einer Zeit mit Persönlichkeiten und Geschehnissen wie Trump, Ibiza und dem Klimawandel erwachsen wird, ist ein häufiges Objekt meines Zynismus‘ die Politik, die Politiker. In meinem Kopf hat sich bereits das Bild des korrupten, meist rechtspopulistischen Politikers, der für ein paar Millionen auf eines seiner Schweizer Konten bereit ist, die Bevölkerung zu verkaufen, festgesetzt. Ich weiß, dass nicht alle so sind, aber es ist eben viel leichter, alle in eine Schublade zu stecken. Darum bin ich von der aktuellen Regierung, welche die erste mit den Grünen und die bereits dritte unseres Altjungkanzlers Kurz ist, angenehm überrascht. Sie hat schnell reagiert und gibt regelmäßig Informationen bekannt, was ein gewisses Vertrauen aufbaut. Vor allem haben mich die Maßnahmen und die Menge an Geld beeindruckt, die die Regierung bereit ist zu investieren, um die Wirtschaft und die damit verbunden Arbeitsplätze zu sichern.

  • Die Zeit der Nerds.

Alle sind betroffen von der Krise, doch es gibt eine Bevölkerungsgruppe, quasi das gallische Volk in der Gesellschaft, welches dem römischen Imperium (= normale, spießbürgerliche Gesellschaft) Widerstand leistet, welche diese Krise ohne Probleme überstehen wird: Die Nerds. Warum? Aus dem folgenden, geradezu banalen Grund: Sie sind darauf vorbereitet, weil sie die einzigen sind, die die Wahrscheinlichkeit solcher Szenarien in Betrachtung ziehen (abgesehen von Spinnern [also Menschen, die glauben, dass Elvis noch lebt]). Die Nerds haben genug Filme und Serien gesehen, Comics gelesen und Computerspiele gezockt, um bestens auf solche Situationen vorbereitet zu sein. Des Weiteren hat der stereotypische Nerd noch einen Vorteil gegenüber der Gesellschaft: Aufgrund der (meist) unfreiwilligen Selbstisolation hat der Nerd bereits früh damit begonnen, sich digital mit anderen zu unterhalten, weil es im näheren Umkreis keine anderen Nerds gibt – und er ist daher gewöhnt, die Zeit allein in seinem Zimmer zu verbringen.    

  • Können die Menschen auch in Nicht-Krisenzeiten zusammenhalten?

Zurzeit gibt es (dank?) des Coronavirus einen starken Zusammenhalt in der Gesellschaft. Menschen helfen sich gegenseitig und unterstützen sich, so gut sie können. Es ist zwar schön, dass sich Menschen, trotz dieser misslichen Lagen, gegenseitig unterstützen, aber warum funktioniert das nur in Krisenzeiten? Warum kann der Mensch nicht grundsätzlich ein bisschen offener und freundlicher sein? Dann würde es (wahrscheinlich) gewisse Probleme nicht geben.

  • Ungewissheit macht unglücklich.

Ich kann hier nur über mich persönlich sprechen (bzw. schreiben), aber ich hasse es, etwas nicht zu wissen. Nicht nur, weil ich unglaublich gerne Dinge weiß, sondern auch, weil ich immer einen Plan brauche, an dem ich mich orientieren kann. Dieser Plan muss nicht einmal gut sein, denn basierend auf einem schlechten Plan kann ich einen Plan entwickeln, der (für mich) besser ist. Darum quält mich diese Situation förmlich, weil keiner, wirklich keiner, etwas weiß. Vor allem als Maturant beschäftigt mich diese Ungewissheit, weil sie meine Zukunft, die vorher absolut frei gestaltbar war, aktuell sehr beschränkt.   

  • Eine Kraftprobe für das Internet.

„Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Inzwischen nicht mehr ganz, Frau Merkel. Wir mussten von einem Tag auf den anderen von analog auf digital umsteigen. Ich sehe es als einen Test, ob die Digitalisierung, wie sie immer wieder verlangt wird, überhaupt möglich ist - und aktuell ist mein Fazit: Naja. Es funktioniert irgendwie... Ich kann es mir bisher noch nicht vorstellen, dass der Unterricht virtuell stattfindet, weil ich mir einen Sprachchat mit einer Gruppe von 24 Personen vorstellen kann.  

 

 

Anita Mujagic (8A)

 

  • Die fehlende Routine.

Persönlich ist mir aufgefallen, wie sehr ich es vermisse, eine Routine zu haben. Wenn man die volle Kontrolle über die Gestaltung seines Alltags hat, aber nicht dazu verpflichtet ist, das Haus zu verlassen und Dinge zu einer bestimmten Zeit zu erledigen, dann kann man schnell seinen Rhythmus verlieren.

  • Direkter Kontakt mit Menschen ist unersetzlich.

In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, wie sehr wir eigentlich auf menschlichen Kontakt angewiesen sind und dass beispielweise die sozialen Medien diesen nicht ersetzen können. Viele Jugendliche verbringen momentan ihre Freizeit damit, diverse Online-Plattformen zu durchstöbern und den Kontakt mit Freunden via WhatsApp, iMessage etc. aufrechtzuerhalten. Dennoch ist es etwas ganz anderes, sich draußen mit jemandem zu treffen und etwas zu unternehmen. Ab einem gewissen Zeitpunkt ermüdet das Starren auf einen Bildschirm nur mehr, denn er ist kein Ersatz für eine reale Person.

 

 

Zeynep Celepci (8B)

 

  • Schule wird vermisst!

Wer hätte gedacht, dass so viele Schüler dies behaupten würden. Da wir alle nur zuhause gammeln müssen und nicht hinaus dürfen, ist uns allen sehr langweilig. Man will Freunde wieder sehen und nicht nur die Eltern 24/7. Ich hoffe, die Schule öffnet bald wieder, damit wir unsere Freunde und Lehrer wieder sehen können und wir endlich unsere Matura schreiben dürfen.

 

 

Cora Macho (8B)

 

  • Wie ware die Pandemie vor 35 Jahren verlaufen?

In den vergangenen Tagen hat sich mir des Öfteren die Frage aufgedrängt, wie eine solche Pandemie wohl vor etwa 35 Jahren abgelaufen wäre. Einerseits hat die Globalisierung diese Pandemie erst ermöglicht, andererseits hilft sie gleichzeitig diese einzudämmen, indem weltweite Kommunikation und abgestimmte Forschung weiterhin möglich sind. Wäre die Technik heute nicht auf diesem Stand, müssten Maßnahmen anders gewählt werden, Kommunikation und Hilfeleistungen würden sich schwieriger gestalten und auch die zurzeit so zahlreich beanspruchten Unterhaltungsmedien wie Netflix und Videospiele könnten uns die Isolation nicht versüßen.

  • Kampf gegen den Verlust des Alltages.

Der Verlust eines gut strukturierten Tages birgt die Gefahr, in Faulheit und Unproduktivität zu versinken. Umso wichtiger scheint es daher, gewisse, selbstauferlegte Vorgaben einzuhalten, um produktiv zu bleiben. Beispielsweise hinaus aus dem Pyjama und hinein in ein „arbeitstaugliches“ Outfit zu schlüpfen, einen Zeitplan zu erstellen oder auch gezielt Pausen und Schlusszeiten einzuhalten – all das kann helfen, den Alltag nicht aus den Augen zu verlieren. Trotz der Umstellungen kann der Alltag weitgehend angepasst werden.

 

 

Mario Wittberger (8B)

 

  • Schwere Zeiten für Extrovertierte.

Extrovertierte Menschen haben es verdammt schwer in Zeiten der Quarantäne. Von Natur aus will dieser Typ Mensch mit Freunden etwas unternehmen. Doch genau eben diese Basis ihres Wesens wird Ihnen durch die Quarantäne genommen. Ein leider notwendiges Opfer, um die Verbreitung so weit wie möglich zu minimieren.

Bei introvertierten Menschen ist zumeist keine große Veränderung im emotionalen Status zu auszumachen. Sie bleiben wie schon vor der Krise, viel Zeit alleine zu verbringe und zuhause zu bleiben, wie auch schon vor der Krise.

 

 

 

Pooja Raj (8B)

 

  • „Carpe Diem“ – eine wichtige Redewendung in dieser Zeit.

Wir leben weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Die Gegenwart und das Hier und Jetzt sind das, was zählt und mich interessiert. Das Leben zählt zu einem großen Schauspiel, zu einem Fest, denn es ist immer und ausschließlich der Moment, den wir gerade erleben. Während der Quarantäne haben viele die Chance, sich mal auf sich selbst zu konzentrieren, ihre Leidenschaften und Hobbys indoor auszuleben, Aktivitäten, für die sie sonst nie Zeit gefunden haben, von ihrer To-Do-List abzuhaken und den Moment zuhause mit ihrer Familie zu genießen. Man sollte das Leben in vollen Zügen genießen, auch wenn man keine Gelegenheit hat, das Haus zu verlassen. Außerdem sollte man keine Zeit und Energie an unwichtige Probleme verschwenden. Immer das Positive am Leben zu sehen und den Optimismus beizubehalten ist genau die richtige Einstellung für diese Situation. Man soll aus jeder Schwierigkeit das Beste machen, um trotzdem den Moment genießen zu können.

 

 

Lilly Ferstel (6M)

 

  •  Die Waschmaschine macht 1200 Umdrehungen. 

Da die Waschmaschine direkt vor dem Klo platziert ist, habe ich mir gedacht, ich könnte während der Erledigung diverser Grundbedürfnisse, die Umdrehungen zu zählen. Dann entdeckte ich verdutzt, dass die Umdrehungen ohnehin draufstehen. Fühlte mich wie ein Depp.

  • Man lernt, offener zu sein und sich anzuvertrauen.

Die Zeit der Ausgangssperre verbrachte ich mit meinem Freund. Ich habe schon davor viel Zeit mit ihm verbracht, aber jetzt sehen wir uns wirklich ununterbrochen. Man könnte verrückt werden, wenn man versucht, trotzdem die ganze Zeit die andere Person nicht zu nerven oder immer gut auszusehen. Man muss komplett man selbst sein, sonst würde man sich nur noch mehr unter Druck setzen.

 

 

Aleyna Islami (8A) 

 

  • Der Charme der Isolation ist enden wollend.

Ich dachte immer, ich würde Isolation ganz nett finden. Und das tat ich auch - in den ersten paar Tagen. Dann ist mir aufgefallen, dass es unerträglich ist, nicht zu wissen, wann man wieder frei das Haus verlassen darf - mit wem man will, solange man will, wohin man will. Diese Freiheitsberaubung ist eine Qual nach einiger Zeit - und etwas „nicht dürfen“ ist definitiv nicht dasselbe wie etwas „nicht wollen“. Ein gewisser Reiz kommt dabei auf... Ich darf nicht raus? Dann will ich es erst recht machen, auch wenn das absurd klingt.

  • Ich hätte meine Großeltern öfter besuchen sollen.

Ich bereue es sehr, meine Großeltern nicht öfter besucht zu haben - und sie nicht ausreichend wertgeschätzt zu haben.

Und es ist unglaublich bedrückend zu wissen, dass man sie als potentieller Träger des Virus anstecken könnte - und auch hier stell ich mir die Frage: Wie lange noch? Wann kann ich sie wiedersehen? Werde ich sie überhaupt nochmal sehen?

  • 24 Stunden sind viel und wenig.

In den letzten Tagen habe ich bemerkt, wie rasant die Zeit dahinschmilzt und wie wenig wir an einem Tag wirklich erledigen können. Nichts erscheint mir ausreichend - egal, wie viel ich an einem Tag hinkriege - es scheint mir immer noch zu wenig zu sein für 24 Stunden, die uns zur Verfügung stehen. Gleichzeitig denke ich mir jedoch, wie wenig 24 Stunden eigentlich sind, wenn man schon 6-8 Stunden des Tages für‘s Schlafen aufwendet!

  • Man hat wieder Zeit, seine Talente zu pflegen.

In dieser Zeit merke ich auch, dass ich einiges vernachlässigt habe, was ich früher so gerne getan habe. Das Schreiben und Lesen geht einem viel leichter von der Hand, wenn man weiß, dass man sich Zeit dabei lassen kann. Mir sagt das, was ich geschrieben habe, viel mehr zu als in „Normalzeiten“. Ich hatte ganz vergessen, wie gut ich schreiben kann. (Ich nicht! Anm. Scheuringer)

  • Ein neues Gefühl macht sich breit: Dankbarkeit für Selbstverständlichkeiten.

Wenn man so viel Zeit zum Nachdenken hat, wird man viel dankbarer für das Leben, das man führt, das Essen, welches man täglich zu sich nimmt und vor allem für seine Gesundheit. Ich war noch nie so dankbar darüber, gesund zu sein, wie jetzt. Es ist schade, dass ich dafür ein bedrohliches Virus gebraucht habe, um das zu erkennen.

  • Vergleichsweise geht es uns gut.

Nicht nur einmal ist mir der Gedanke gekommen, wie schlecht es den Leuten in Kriegsgebieten gehen muss; oder denjenigen, die in Armut leben, die auf der Straße leben und über nichts verfügen. Haben sie eine Familie, die sie vermissen können? Haben sie Menschen, auf die sie sich freuen können, wenn die Quarantäne vorbei ist? Werden sie bis dahin noch leben? Was ist mit den Kindern in den Kriegsgebieten, um die sich niemand kümmert und die jetzt auch noch von einem Virus bedroht werden? Mein Herz blutet für jeden, der sich die medizinische Versorgung nicht leisten kann, für jeden, der einen Angehörigen, eine geliebte Person an das Virus verloren hat. Mein Herz blutet für diejenigen, die nicht gemütlich zuhause bleiben können, sondern um ihr Überleben kämpfen müssen, weil sie verdursten oder verhungern könnten. Mein Herz blutet für diejenigen, an die man nicht oft genug denkt.

  • Ich genieße das Geschehen um mich.

Ich kann mir nicht erklären, wieso, aber plötzlich genieße ich alles um mich herum. Die Menschen, mit denen ich meinen ganzen Tag verbringe, erscheinen plötzlich bedeutungsvoller. Die Sonne strahlt wärmer auf meiner Haut. Der kalte Wind weht frischer durch mein Haar. Das Wasser schmeckt besser. Die Musik klingt melodischer. Gedichte wirken viel tiefgründiger. Das Zwitschern der Vögel lebhafter. Die Farben viel bunter. Und das alles, obwohl eine Pandemie die Welt befällt. Ich fühle mich nicht schlecht dafür, dass ich die Schönheit in manchen Dingen intensiver wahrnehme, sondern genieße es und wenn es möglich ist, schalte ich so jegliche Gedanken ab, die in eine negative Richtung gehen.

  • Die Kreativität kommt am Abend.

Feststellen durfte ich nun auch, welch‘ Nachteule ich bin und dass meine Kreativität und Motivation vor allem am Abend in Erscheinung treten. Mein Alltag wäre viel produktiver, wenn die Welt sich so einstellen würde, dass wir alle abends arbeiten und in die Schule gehen könnten - was natürlich unmöglich wäre und die Mehrheit nicht gutheißen würde. Für mich wär’s jedoch von Vorteil.

  • Social Media = Zeiträuber. 

Es ist sehr erniedrigend, wenn ich daran denke, wie viel Zeit ich pro Tag auf Social Media-Seiten verbringe... Ich habe mich nun bewusst dazu entschlossen, meine Zeit besser einzuteilen, weil wir ja, wie schon erwähnt, sehr wenig Zeit zur Verfügung haben - und die möchte ich nicht für allzu viel Unnötiges und Belangloses verschwenden.

 

 

Anesa Huber (8B)

 

  • Wir sind letztlich Sklaven des Systems.

Aufgrund der Pandemie haben viele große Firmen geschlossen - und schließlich wurde unser gesamtes System mehr oder weniger lahmgelegt, dessen Sklaven wir zu sein scheinen - oder nicht? Wer hat uns eigentlich vorgeschrieben, so zu leben? Eigentlich hätten wir ja alle die Möglichkeit, einfach so die Schule bzw. die Arbeit zu verlassen. Doch dann wäre unsere Zukunft unsicher. Das heißt, dass wir alle abhängig von diesem System sind, in das wir hineingeboren werden. Kaum erblickt man das Licht der Welt, ist auch schon klar, wie das Leben, zumindest die ersten 18 Jahre, ablaufen wird.  Danach wird oft studiert oder ein Jahr Auszeit genommen. Und irgendwann ist man wo eingestellt, arbeitet von neun bis fünf und bekommt am Ende des Monats sein Gehalt.

Hat schon etwas von Sklaverei - oder nicht?  

Durch die jetzige Veränderung wird einem das bewusster denn je.

 

 

Jana Leopold (6M)

 

  • Unentwegt greifen wir uns ins Gesicht.

Erst jetzt, da man weiß, dass dieses Virus über jede Türklinke, Zugtür oder jeden Tisch übertragen werden kann, wird einem bewusst, wie viele Bakterien oder Virenpartikel sich eigentlich im Laufe eines Tages auf den Händen sammeln - und vor allem: wie unfassbar oft man sich ins Gesicht fasst.

Es juckt, man kratzt sich, ist müde, reibt sich die Augen, ist nervös, kaut an den Nägeln, erschrickt, fasst sich an den Mund - und dann juckt wieder die Nase und es geht von vorne los.

Und nun soll man es plötzlich lassen. Nicht so einfach.

  • Das Notwendige stellt auf einmal viel weniger Ansprüche.

Man bemerkt, was wirklich notwendig ist im Leben. Im ,,normalen Leben´´ brauchen wir die neuesten Klamotten, den besten Eyeliner oder eine andere Tasche, wir fahren überall ohne Probleme hin oder gehen essen. Zurzeit leben wir in ernsten Umständen, können nur sehr eingeschränkt Dinge tun und freuen uns, wenn wir spazieren gehen können; wir achten kaum darauf, welche Kleidung wir tragen oder welche Stücke wir uns zulegen könnten. Wir sind zufrieden, wenn es uns und unserer Familie gut geht.

 

 

Ronja Lenczuk (6M)

 

  • Viele Menschen, die zuerst glaubten, Corona käme nie zu uns nach Europa, wurden eines Besseren belehrt.

Mir war zwar klar, dass sich die Verbreitung des Virus nicht durch die Reiseeinschränkungen aufhalten lassen würde, trotzdem muss ich zugeben, dass auch ich nicht geglaubt hatte, dass dieses Virus eine derartige Pandemie auslösen würde. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es zu so einer Krise kommen würde, dass in vielen Ländern Europas alle Schulen geschlossen werden mussten. Soweit ich weiß, gab es so eine Krise seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Ich hätte nie geglaubt, dass meine Generation so etwas je erleben würde und bin jetzt umso geschockter. In einigen Jahren wird diese Pandemie dann in den Geschichtsbüchern stehen und SchülerInnen werden über das Jahr 2020 lernen. Das ist schon eine merkwürdige Vorstellung!

  • Ich hoffe, dass die Schule bald weitergeht!

Auch wenn die Schule oft wirklich stressig und anstrengend sein kann, vermisst man sie doch schon nach kurzer Zeit. Vor allem bleibt einem das Lernen ohnehin nicht erspart. Da ist es mir lieber, einem Lehrer oder einer Lehrerin jederzeit eine Frage stellen zu können, als sich alles selbst zu Hause beibringen zu müssen. Es macht auch mehr Spaß, mit den anderen Schülern gemeinsam zu lernen, als zu Hause allein am Schreibtisch zu sitzen.

Es ist außerdem manchmal nicht einfach, sich jeden Morgen selbst zum Lernen zu motivieren - und was mir besonders fehlt, ist ein Stundenplan. Die ständige Abwechslung zwischen den Fächern in der Schule hält das Lernen interessant. Zu Hause habe ich eine Deadline, bis zu der ich ein bestimmtes Thema fertig bearbeitet haben muss und ich arbeite alles chronologisch ab, um hinterherzukommen.

Außerdem ist es auch mühsamer, sich selbst zum Sport zu motivieren, wenn man mindestens den halben Tag zu Hause gelernt hat.

 

 

Quentin Horn (6M)

 

  • Langeweile macht kreativ.

Zeit für Neues: Dadurch, dass momentan fast jeder zuhause sitzt und wenig bis nichts zu tun hat, könnte man sich doch neues Wissen aneignen. Jetzt kann man darüber sinnieren, wass man immer schon mal lernen wollte und sich dann die Zeit dafür nehmen, die man braucht. Das ist der ideale Zeitpunkt, um seinen Horizont zu erweitern, egal ob durch Internet,  Dokumentationsfilme oder Bücher. Ein Freund von mir lernt jetzt eigenständig Russisch auf Babbel, was mich sehr fasziniert. Mein Bruder hat sich seine eigenen Finger-Skateboard-Rampen aus Karton gebaut, also einen ganzen „Skaterpark“.

Meine Theorie: Langeweile bringt die Menschen dazu, kreativ zu werden und neue Sachen auszuprobieren.

 

 

Tobias Wegerer (8B)

 

  • Innenpolitische Turbulenzen eignen sich hervorragend, um sich nicht weiter mit Außenpolitischem zu befassen.

Vor der Corona-Krise hat das Thema der Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze die Medien dominiert und die Regierung vor einige Herausforderungen gestellt. Doch nun wird dieses Thema von den Medien, aber auch der Regierung, ignoriert, da sich ein wichtigeres Problem aufgetan hat, welches totale Aufmerksamkeit erfordert. Das kontroverse Thema der Flüchtlingspolitik ist in den Hintergrund gerückt und die Regierung kann sich nun geeint der Corona-Krise stellen. Vorherige Differenzen scheinen vergessen.

  • Der Mensch ist egoistisch und ein Gewohnheitstier.

Der Egoismus des Menschen zeigt sich nicht nur in Phänomenen der Hamsterkäufe, sondern auch im Umgang mit Krankheiten generell. Laut WHO stirbt in Afrika jährlich eine halbe Million Menschen an Malaria. Doch dies ist ein Umstand, der die Europäer - im Vergleich zu Krankheiten, die zwar eine entscheidend geringere Mortalitätsrate haben, aber den europäischen Menschen betreffen - kaum tangiert. Hinzu kommt auch noch der Umstand, dass wir uns daran gewöhnt haben, dass die Situation in Afrika eben so ist, wie sie ist. Es ist zu einer Normalität geworden, unsere Situation hingegen ist neu und unbekannt.

  • Wir brauchen weitaus weniger, als wir denken.

In Zeiten wie diesen, in denen unser Konsumverhalten von außen stark eingeschränkt wird und wir uns an die neue Situation anpassen müssen, werden viele Menschen durch diese Reduktion bemerken, welche Dinge wirklich von Bedeutung sind. Und das ist eben vor allem die Gesundheit. Wirtschaftspolitiker werden auch feststellen müssen, dass Forderungen der Klimaaktivisten, wie z.B. die Reduktion von Dienstreisen ins Ausland, nicht den finanziellen Ruin eines Unternehmens bedeuten würden.

  • Viele Menschen können nicht gut alleine sein.

Abgesehen von den sozialen Kontakten, die der Mensch braucht, um seine lebenswichtige Resonanz zu erhalten, haben viele Menschen verlernt, gelegentlich alleine zu sein. In Zeiten der Ausgangsbeschränkung und dem intensiven Kontakt mit sich selbst, da es nicht viele andere Alternativen gibt, hat ein Großteil der Menschen das Bedürfnis, sich ständig abzulenken, um sich selber zu entgehen.

 

 

Lisa Pfeiffer (8B)

 

  • Ein normaler Tagesrhythmus ist extrem wichtig.

Es ist wichtig, sich einen geregelten Tagesablauf zu gestalten, da man sich ansonsten womöglich nicht einmal mehr nach dem Schlafen umziehen würde. Abgesehen davon, dass ich sowieso immer früh aufstehe, stelle ich mir trotz „Ferien“ immer einen Wecker, damit ich bald genug aufstehe, um den Tag ausreichend nützen zu können.

  • Unwissenheit macht verrückt.

Stichwort: Matura. Es ist verständlich, dass den Umständen entsprechende Maßnahmen getroffen werden müssen und das akzeptieren wir auch alle. Es ist auch klar, dass man noch keine fixen Termine herausgeben kann, da man immer noch nicht weiß, wie sich die Situation in ein paar Wochen verändert hat. Klar ist, dass wir in den nächsten Wochen noch genügend Zeit haben, uns ausreichend für die Matura vorzubereiten, jedoch breitet sich aufgrund der Ungewissheit schon ein komisches Gefühl aus, da man einfach nicht weiß, wie es weitergehen wird. (wurde geschrieben, bevor es neue Informationen gab)

  • Selbstdisziplin ist wichtig.

Wir haben viel Aufträge der Lehrerinnen und Lehrer zu erledigen, aber dennoch viel Zeit – im Vergleich zum herkömmlichen Alltag. Meiner Meinung nach fällt man entweder in ein Motivations-Loch und erledigt vielleicht nur noch die nötigsten Sachen kurz vor dem Abgabetermin oder man hat einen festen Plan, an den man sich hält. Ich lerne im Moment intensiv für die Aufnahmeprüfung für‘s Studium, da ich nicht weiß, wie viel Zeit mir nach der Matura noch dafür bleibt (falls sie überhaupt in nächster Zeit einmal stattfinden wird). Es fühlt sich ehrlich gesagt ziemlich gut an, täglich bestimmte Aufgaben zu erfüllen; ich halte es nämlich nicht aus, planlos meine Zeit zu verschwenden.

 

 

Eren Özcan (8A)

 

  • Ich bin mental schwächer als gedacht. 

Gerade in Zeiten wie diesen merke ich doch, wie mir diese ganze Krise zu Kopf steigt. Dieses Gefühl der Einschränkung macht mich langsam verrückt. Klar kann man trotzdem unter den richtigen Voraussetzungen raus aus den eigenen vier Wänden, dennoch fühlt man sich teilweise „eingesperrt“.  

Dass ich bis jetzt nur zum Einkaufen von Shisha-Kohle das Haus verlassen habe, macht die Sache nicht besser. Vor der Krise reichte ein Kilogramm Kohle noch für mindestens einen Monat, nun habe ich das letzte Kilogramm in weniger als einer Woche aufgebraucht. Ich merke, dass ich alles versuche, um mich abzulenken, aber es klappt nicht. Die traurige Wahrheit ist, dass mein Leben derzeit nur aus Schlafen, Essen, Videospielen und Rauchen besteht. Während andere Leute tatsächlich harte Arbeit leisten, rege ich mich zuhause auf, wie bedrückt ich mich nicht langsam fühle. Und auch wenn ich an der Grausamkeit der Zeit Mitschuld trage, hoffe ich dennoch, dass diese Zeit bald vorüber ist. 

  • Die Gesellschaft mit einem Wort: spektakulär!

Mich selbst kritisiere ich, andere Teile der Gesellschaft bewundere ich. Ich bin so unendlich dankbar für jede einzelne Person, die ihren Beitrag leistet.
Ob es meine Mutter ist, die Tag für Tag in einem Supermarkt arbeitet, ob es mein Vater ist, der beruflich als Busfahrer tätig ist. Ob es jemand ist, der im Medizinbereich tätig ist. Ob es jemand ist, der freiwillig für ältere Menschen den Einkauf erledigt.
Kurz gesagt: Ich bin dankbar für jeden, der auch nur in irgendeiner Art und Weise seinen Beitrag leistet. Genauso werden wir diese Situation in Österreich bewältigen. 

  • Fußball ist eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben.

Diese Erkenntnis ist nicht aktuell: Mein ganzes Leben dreht sich in vielen Teilen um Fußball. Ob es nun Fußball im TV ist oder selbst Fußball zu spielen. Ich liebe diesen Sport einfach.
Was würde ich nicht alles geben, einfach ein gutes Fußballspiel live im Fernsehen sehen zu können. Die Alternative dazu ist, dass ich mir tatsächlich alte Fußballspiele, Highlights und dergleichen auf „Youtube“ ansehe. Diese Optionen müssen derweil herhalten, bis das „schöne Spiel“ endlich wieder normal weitergehen kann.

  • Ich habe ein geschicktes Händchen in der Küche.

Auch, wenn es noch nicht so lange her ist, dass wir ein eingeschränktes Leben führen, habe ich mich, auch bedingt dadurch, dass ich die meiste Zeit alleine zuhause bin, in der Küche probiert. Natürlich ist das nicht das erste Mal. Jedoch taste ich mich nun zunehmend an schwierigere Gerichte heran. Und siehe da: Ich bin gar nicht so schlecht darin. Im Gegenteil. Teilweise sogar so gut, dass meine eigene Mutter meint, dass sie es selbst nicht so gut hinbekommen hätte. Und was ist eine signifikantere Bestätigung für gutes Essen als ein kräftiges Lob der eigenen Mutter.
Immerhin weiß ich nun: Ich kann richtig gut Palatschinken machen. Auch meine „Spezial-Makkaroni“ – wie ich sie so gern nenne – sind recht annehmbar.
An meinen Semmelknödeln hingegen muss ich noch arbeiten, aber man kann ja nicht alles auf Anhieb perfekt können.

  • „Können wir nicht einfach die Matura machen, bitte?“  

Ich weiß nicht, wer diesen Text - außer Frau Professor Scheuringer - noch lesen wird. Aber sie - und mittlerweile auch sehr viele andere Leute in meinem Umfeld - wissen, wie ich über die Relation „Corona - Matura“ denke. Ich sehe vollkommen ein, dass wir uns gerade in einer schweren Situation befinden. Jedoch will ich es einfach nicht einsehen, dass die Matura verschoben wird, dass die VWA-Präsentationen nicht stattfinden… und und und…
Es ist egoistisch von mir, so etwas zu sagen. Jedoch kann es doch selbst in einer solchen Situation nicht so schwer sein, ein normales Abschließen der Schulausbildung zu garantieren. Wenn sich jeder an die Maßnahmen hält, sollte es doch möglich sein, bei einem Extra-Termin während der „Corona-Ferien“ eine VWA-Präsentation abzuhalten.
Es solle kein Maturant einen Nachteil erlangen, heißt es.  Aber ist es nicht ein Nachteil an sich, wenn ich die Matura später als geplant abschließe? Ja, selbst, wenn es sich nur um einen Tag handeln würde?
Aber es ist, wie es ist - und ich kann nichts daran ändern.

 

 

Lena Zimmer (6M)

 

  • Menschen können, wenn sie wollen.

Als sich vor einigen Jahren eine Flüchtlingskrise auf einem großem Teil der Erde und eben auch in Österreich ereignete, war die erste Reaktion des Großteils der Menschen: Nein, wir können das nicht schaffen. Als letztes Jahr einige Menschen auf den schlechten Zustand der Erde und den unseres Klimas aufmerksam machten und alle aufgefordert wurden zu handeln, hieß es: Nein, wir können das nicht schaffen, die Welt ist zu groß, um als Einzelner etwas zu verbessern. Aber jetzt, im Frühling des Jahres 2020, werden wir seit langer Zeit wieder selbst von etwas – und das unmittelbar - „bedroht“. Einem Virus. Hätte die Regierung beschlossen, den Flugverkehr etwas zu reduzieren, um der Umwelt etwas Gutes zu tun, wäre sie wahrscheinlich auf sehr viel Widerspruch gestoßen.

Also ist meine erste Erkenntnis: Menschen können Dinge und Regelungen besser akzeptieren, wenn sie selbst bedroht werden. Eigentlich logisch, aber trotzdem etwas traurig, weil man doch eigentlich genauso interessiert an der Zufriedenheit anderer Menschen sein sollte wie an seinem Eigenwohl. 

  • Es ist Zeit für ständig Aufgeschobenes.

Nach der Schulschließung und der Ausgangsbeschränkung stellten wir uns alle die Frage: Was tun mit der ganzen Freizeit? Aber schon nach kurzer Überlegung fielen mir etliche Dinge ein, die ich seit Monaten aufschiebe, weil sie mir zwar wichtig sind, aber eben nicht so wichtig, dass ich mir die Zeit in meinem täglichen und eben auch manchmal stressigem Leben nehme.

 

 


Lena Himmelbauer (6M)

 

  • Zeit, um sich weiterzuentwickeln!

Bücher zu lesen, die man ansonsten nicht gelesen hätte, könnte uns helfen, einen größeren  Gedankenhorizont aufzubauen. Die kommenden Tage geben uns die Chance, über uns selbst hinauszuwachsen, verschiedene Aspekte unseres Lebens klarer zu sehen und Dinge, die uns selbstverständlich schienen, wie sich mit Freunden zu treffen oder in die Stadt shoppen zu gehen, in Zukunft mehr wertzuschätzen. Und jetzt können wir lernen, das, was wir tun KÖNNEN (Lesen, spazieren gehen, Fahrrad fahren…), intensiver auszuleben. Die Wochen bieten uns auch Möglichkeiten, Neues zu lernen, bereits bestehende Interessen zu intensivieren und neue zu entwickeln.

  • Ich kann gut alleine sein.

Auf  Freunde, die wir meist jeden Tag sehen, müssen wir nun verzichten. Ich habe bemerkt, dass viele aus meinem Bekanntenkreis Probleme damit haben. Auch ich würde gerne mit Freunden in meiner Umgebung etwas unternehmen. Vor allem, weil jetzt auch wieder wärmer wird. Jedoch bin ich ein Mensch, der es auch ein paar Wochen ohne Freunde aushält. Ich liebe es, mich von der Außenwelt abzuschotten und mich auf mein eigenes Seelenleben zu konzentrieren. Klar gehe ich auch feiern, mit Freunden raus etc., doch für mich ist es keine Notwendigkeit, jeden Tag mit Freunden zu verbringen.

  • Dankbarkeit!

In solchen Krisen merkt man, wie wichtig Lebensmittelgeschäfte, Krankenhäuser und Apotheken sind. Doch vor allem den Leuten, die dort arbeiten und jeden Tag beinah Übermenschliches leisten, sollten wir dankbar sein! Denn sie bekommen unter normalen Umständen viel zu wenig Anerkennung.

Grundsätzlich sollten wir uns auch in Zukunft gelegentlich einige Sekunden hinsetzen und für alles, was wir haben und für alle Menschen, die für uns da waren und sind, dankbar sein!

 

 

 

Rebecca Steinhuber (8A)

 

  • Wir haben den Umgang mit Krisen verlernt.

In Österreich hatten wir schon sehr lange keine Krise mehr zu überstehen, deswegen haben wir es auch verlernt, damit umzugehen. Mich hat es teilweise echt geschockt, wie schnell die Menschen durchdrehen. Ja, die Situation gerade ist besorgniserregend, doch man kann sich auch einfach für einen bestimmten Zeitraum an das halten, was von der Regierung vorgegeben wird.

  • Wenn man über einen längeren Zeitraum immer mit denselben Menschen zusammen ist, geht man sich gegenseitig auf den Geist.

Ich muss ehrlich sagen, dass mich meine Familie nach einer gewissen Zeit ziemlich genervt hat; was vor allem daran liegen mag, dass ich es ansonsten gewöhnt bin, viel allein zu sein. Meine Eltern lassen mich auch jetzt weitgehend in Ruhe, doch allein der Gedanke, dass sie irgendwo in der Nähe sind, regt mich schon auf. Ich gehe also viel alleine hinaus, um wieder Abstand zu gewinnen. Im Vorhinein hätte ich mir nicht gedacht, dass ich mich von der Familie so genervt fühlen würde, denn schließlich haben wir ein sehr gutes Verhältnis zueinander.

  • Mein Kater ist am Vormittag sehr aufgedreht. 

Normalerweise ist am Vormittag keiner zuhause, deswegen konnte keiner wissen, wie sich unser Kater am Vormittag verhält. Nun ist es jedenfalls so, dass er dauernd schreit, obwohl es ihm an nichts fehlt. Ich gehe davon aus, dass ihm langweilig ist und er sich vorgenommen hat, deswegen einfach mal alle zu nerven.  Natürlich spiele ich auch mit ihm, aber so viel Zeit steht mir dann auch nicht zur Verfügung. Er mag es sehr gerne, im Mittelpunkt zu stehen. Das geht natürlich am Vormittag nicht, weil jeder etwas zu tun hat. Außerdem hält einen das vom Lernen ab. Ich habe dann einfach die Türe zu meinem Zimmer verschlossen, jedoch ist mein Kater sehr clever und weiß inzwischen, wie man Türen öffnet. Irgendwie empfinde ich dann auch Mitleid mit ihm, wenn er vor meiner Tür wartet.

  • Der persönliche Kontakt mit der Lehrperson ist unersetzlich. 

In den letzten Tagen und Wochen haben wir von verschiedenen Lehrerinnen und Lehrern Arbeitsaufträge übermittelt bekommen. Die meisten haben es geschafft, ihre Arbeitsaufträge klar und verständlich zu kommunizieren. Jedoch kommt es trotzdem immer wieder mal zu Unklarheiten, die im persönlichen Kontakt einfach viel schneller aus dem Weg zu räumen sind.

Über Whatsapp kann man Unklarheiten zwar auch ziemlich schnell aus der Welt schaffen, jedoch kommunizieren viele Lehrer per Mail und dies macht die Sache um einiges komplizierter. Wenn man dann die Aufgabe erledigt hat und Feedback seitens des Lehrers bekommt, ist es teilweise so, dass man sich dann nicht mehr so recht auskennt, was der Lehrer eigentlich von einem will (weil inzwischen ja einige Zeit vergangen ist, logischerweise).

Persönlich lässt sich einfach vieles einfacher klären. Außerdem sind einem die Lehrer schon ein bisschen ans Herz gewachsen, deswegen möchte man sie dann doch ab und zu sehen.

  • Man lernt Dinge, die man hat, mehr zu schätzen.

Mir ist in dieser Krise wieder einmal bewusst geworden, wie gut es uns eigentlich geht. Im Grunde ist es ja keine Selbstverständlichkeit, dass die Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung stets gesichert ist. In vielen Ländern wäre während so einer Krise die Lebensmittelversorgung wohl schon zusammengebrochen. Auch die Gesundheit lernt man mehr zu schätzen; jeder Tag, an dem man gesund ist, ist letztlich perfekt. In Krisenzeiten werden diese Gedanken präsenter.

 

 

 

Eine Schülerin der 8B

 

  • Die Globalisierung birgt Nachteile.

 Das Kleiner-Werden der Welt hat durchaus viele Vorteile gebracht; man denke etwa an die vielen Reise-, Bildungs- oder Berufsmöglichkeiten.

Doch die Corona-Krise zeigt die negativen Aspekte der Globalisierung gnadenlos auf: Ohne den gut ausgebauten Flugverkehr und der generell mittlerweile komplett vernetzten Infrastruktur hätte sich das Virus nicht so schnell auf viele Teile der Erde ausgebreitet.

  • Die Menschheit wird auf die Probe gestellt.

Der Masse wird nun abverlangt, klug und weise zu handeln, sodass die Ausbreitung des Virus nicht zu rasch hochschnellt. Wie lange werden die Menschen wohl zusammenarbeiten und entgegen ihrer Bedürfnisse und Triebe handeln, um anderen das Leben zu retten?

 

 

Hanna Krier (6M)

 

  • Kaum planen zu können fühlt sich seltsam an.

Die Gewissheit, dass die Zukunft derzeit ungewiss ist, fühlt sich seltsam an. Ich empfinde zwar keine richtige Angst, aber ich denke viel darüber nach, wie sich alles noch weiterentwickeln wird und welche Auswirkungen wir alle miteinander noch spüren werden. Ich hoffe, dass sich das Leid für einzelne Menschen auf Dauer in Grenzen hält - sowohl in Bezug auf Gesundheit, aber auch auf die Arbeits- und Lebenssituation. 

  • Ich kann nichts verpassen: eine Erleichterung. 

Durch die Aufforderung, niemanden zu treffen, bin ich deutlich entspannter, da ich weiß, dass ich nichts verpasse. Dieser Druck, immer bei allem dabei zu sein, wenn der Freundeskreis etwas unternimmt, fällt dadurch weg. Bis jetzt vermisse ich die einzelnen Kontakte noch gar nicht so; was natürlich auch daran liegt, dass wir über Social Media ohnehin gut vernetzt sind. Es wäre interessant, wie es uns erginge, wenn wir diese Möglichkeit nicht hätten. Es freut mich, dass alte Freunde nachfragen, wie es einem geht - so habe ich den ein oder anderen Kontakt wieder aufgefrischt. 

  • Allen recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann. 

Es ist natürlich auch eine Herausforderung, ständig mit denselben Menschen unter einem Dach zu verweilen. Daraus entsteht der ein oder andere Konflikt. Jedes Familienmitglied hat etwas andere Vorstellungen, wie man den Tag gestalten könnte: wann man aufsteht, wie viel im Haushalt mitgeholfen werden soll, wie viele Spiele gemeinsam gespielt werden müssen, wie viele Schritte man jeden Tag zurücklegen sollte,…. Ich gebe mein Bestes!!!  

  • Die neue Unterrichtsform kommt mir zugute. 

Ein für uns Schüler wichtiges Thema zu Zeiten der Corona-Krise ist die neue Unterrichtsform. Bis jetzt komme ich mit dem Homeoffice sehr gut zurecht. Dadurch, dass man sich die Zeiten selbst einteilen kann, wann man sich der Schule widmet, bin ich viel konzentrierter und agiler bei der Sache. Das liegt, denke ich, daran, dass man bei mangelnder Konzentration immer wieder eine Pause einlegen kann und z.B. an die frische Luft gehen oder Sport betreiben kann, um den Kopf wieder freizubekommen. Am Ende scheint mehr im Kopf zu bleiben, als wenn ich mich sechs Stunden am Stück konzentrieren muss.

Zunächst schien mir die Menge an Aufgaben mancher LehrerInnen etwas übertrieben, denn man war geneigt, den Überblick zu verlieren. Doch nach einer guten Absprache hat sich das verbessert; jeder musste sich an die völlig ungewohnte Situation ja erst gewöhnen ?. Ich sitze jetzt circa 4-5 Stunden konzentriert und motiviert bei der Arbeit und hoffe, dass mich sowohl die Arbeitsweise als auch mein Lernfortschritt nach der Krise gut weitergebracht haben werden. Manchmal fehlt mir schon der persönliche Austausch mit den Lehrern, da man sich während des normalen Unterrichts ja auch über andere Dinge als den Unterrichtsstoff unterhält.

Ich freue mich schon darauf, wenn die Krise überstanden ist und wir hoffentlich gestärkt und mit neuen Lebenserfahrungen einen guten Weg weitergehen werden.

 

 

Simon Grünbacher (8A)

 

  • Der Glaube an Unendlichkeit ist die Basis für eine stabile Gesellschaft.

Das Ganze hat vielleicht wenig mit der Coronakrise zu tun, aber ich war in letzter Zeit immer wieder mit verwandten Ideen konfrontiert. Vielleicht ein Beispiel, um den Sachverhalt zu erklären: Wenn ich morgen sterben würde und das sicher wüsste, könnte ich heute eine Bank ausrauben. Die Polizei könnte mich, wenn sie von meinen Überlegungen wüsste, schon davor festnehmen. Hätte ich also gestern schon von meinem baldigen Ableben gewusst, so hätte ich gewusst, dass ich heute festgenommen werden würde und hätte also gestern schon die Bank ausrauben können und hätte immerhin noch einen Tag Spaß mit dem Geld gehabt, bevor ich im Gefängnis gestorben wäre. Die Polizei hätte mich also vorgestern schon festnehmen sollen, wenn sie schlau agiert hätte. Man kommt zu dem Schluss, dass man eigentlich Neugeborene festnehmen sollte und im Prinzip niemandem trauen kann. Das scheint dumm, allerdings nicht nur, weil das Beispiel unrealistisch ist, sondern auch, weil wir in unseren alltäglichen Entscheidungen die Endlichkeit weltlicher Dinge nicht in Betracht ziehen. Würden wir diese Endlichkeit akzeptieren, gäbe es kaum mehr stabile Abmachungen und damit auch keine stabile Gesellschaft. Konkreter sieht man das auch daran, dass unser Wirtschaftssystem ohne den Glauben an unbegrenztes Wachstum unmöglich wäre.

  • Plötzlich ausbrechendes Chaos bietet die Chance, Fehler aufzudecken.

Man könnte die Situation vielleicht mit einer einzelnen erkrankten Person vergleichen, bei der sich nach einer Erkrankung eine Immunität bildet. So ähnlich ist es auch in verschiedenen anderen Zusammenhängen, in denen wir nach der Krise einige fundamentale Dinge überdenken werden müssen. Beispielsweise werden einzelne Staaten danach hoffentlich größere Lager und eigene Produktionen für Masken, Medikamente etc. etablieren. Außerdem werden Krankenhäuser vermutlich mehr Geräte und Krankenbetten kaufen. Abgesehen von staatlichen Sicherheitsmaßnahmen passiert nun auch der Börsencrash, der seit circa zwei Jahren vorhergesagt wurde. Dadurch werden Investoren ihre Enscheidungen in Zukunft möglicherweise verantwortungsvoller treffen und ineffiziente Firmen gehen bankrott, was gesellschaftlich gesehen im Prinzip gut ist.

  • Es ist in vollkommen freier Zeiteinteilung verdammt schwer, Ordnung zu bewahren.

Vielleicht kein so neuer Gedanke, aber dennoch aktuell. Wenn ich alles, was ich mir heute vorgenommen habe, auch morgen tun könnte, wozu würde ich es heute machen? Dadurch, dass man sich Dinge aufschiebt, hat man dann so viel Freizeit, dass diese wertlos wird. Man schätzt also die Freizeit nicht mehr ausreichend, um sie für die Dinge zu nutzen, die man immer schon machen wollte.

  • Man weiß im Nachhinein nie, ob man zu vorsichtig war.

Das ist mir besonders aufgefallen, nachdem bei den ersten Maßnahmen gesagt wurde, sie seien überzogen. Vermutlich waren sie das nicht, das werden die nächsten Wochen zeigen. Für den Fall, dass es bei uns nicht so schlimm ausfallen sollte (was inzwischen unwahrscheinlich ist, vor einer Woche aber noch gut denkbar war), würden wir nicht wissen, ob wir nicht unvorsichtiger hätten sein können.

  • Wir haben Glück, dass das keine ideologisch spaltende Krise ist.

Man hat bei der Flüchtlingskrise gesehen, wie unfähig ein Staat wird, wenn es in der Bevölkerung ideologische Spaltung zu einem aktuellen Thema gibt. Zum Glück passiert das hier nicht: Es scheint so, als ob das Land halbwegs geeint an die Sache herangeht.

  • Keiner will Herdenimmunität als Strategie anerkennen, obwohl das vermutlich am Ende notwendig sein wird.

Jedes der Modelle á la Kurve abflachen zielt im Endeffekt auf Herdenimmunität ab: Es ist inzwischen unwahrscheinlich, dass dieser Virus jemals ganz verschwinden wird, bis eine Impfung vorhanden ist. Die jetzigen Maßnahmen bremsen zwar die Ausbreitung, sind aber nicht langfristig tragbar. So gesehen wird es auf Herdenimmunität hinauslaufen.

  • Konkrete Pläne, die über mehr als ein Jahr gehen, sind sinnlos.

Ich hatte diese etwas überzogene Aussage vor ein zwei Jahren einmal gemacht. Ich bekam damals die Antwort: „Was ist mit Matura? Du hast ja wohl geplant, die Schule normal abzuschließen, oder?“ Das ist mir gestern wieder eingefallen.

  • Man kann die Kurve nicht ausreichend abflachen, trotzdem machen Kleinigkeiten einen Unterschied.

Es ist zu spät, den Virus komplett auszurotten. Wenn man sich die Zahlen ansieht, werden wohl die meisten Gesundheitssysteme überfordert sein. Wenn man davon ausgeht, dass Betten in den Intensivstationen völlig ausgelastet sein werden, fällt dennoch Folgendes auf: Wenn die Verbreitung auf den doppelten Zeitraum gestreckt wird, haben insgesamt doppelt so viele Menschen Zugang zu diesen Behandlungen. Derzeit sieht es so aus, als wäre eine Streckung der Zeitspanne auf das Doppelte möglich. Man kann also eine Menge bewirken. Dazu kommt, dass in diesen Wochen und Monaten die Testkapazitäten so erweitert werden könnten, dass man nicht mehr die gesamte Bevölkerung als Verdachtsfall betrachten muss, sondern stattdessen einzelne Fälle isolieren kann, wie das scheinbar gerade in Südkorea passiert. 

 

 

Viviane Negeli  (6M)

 

  • Zu Hause bleiben müssen ist nicht dasselbe wie zu Hause bleiben dürfen

Wenn die Schule geschlossen ist und Ausgangsbeschränkungen herrschen, muss man zu Hause bleiben. Wenn man einen Tag frei hat und die Welt in Ordnung ist, ist man froh, mal zu Hause bleiben zu dürfen. Wenn man jeden Tag um 6:00 Uhr aufstehen muss, um in die Schule zu fahren, kann das dazu führen, dass man genervt ist. Wenn man aber nicht um 6:00 Uhr aufstehen muss, sondern seinen inneren Schweinehund besiegen muss, um nicht den ganzen Tag liegen zu bleiben, ist das genauso nervig. Sich draußen nicht mit Freunden treffen zu können, kann zu sozialer Einsamkeit führen. Man vermisst die Leute, die man montags bis freitags sonst selbstverständlich sieht. Von morgens bis abends nur mit seinen Eltern in den eigenen vier Wänden zu sein, ist zwar auch selbstverständlich, aber nicht dasselbe. Ich hoffe, dass ich bald wieder alle meine Freunde sehen kann und zur Schule gehen darf.

  • Andere Länder, andere Sitten. 

Während hier in Österreich der Kampf um die Nudeln, das Klopapier und Konservendosen ausgebrochen ist, standen  etwa in den Niederlanden die Leute dicht gedrängt - sehr konstruktiv, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern - an den Coffeshops Schlange, um sich mit dem dort legalen Cannabis einzudecken. In Italien jedoch sind zwar die Standard-Dinge wie Lebensmittel leer gekauft, aber auch der italienische Grappa ist fast ausverkauft. Die Franzosen legen wohl Wert darauf, dass es im Dezember nicht zu einem Baby-Boom kommt. In den Nachrichten wird berichtet, dass sie Kondome und Rotwein hamstern. Scheint recht entspannt zu sein in Frankreich.

 

 

Moritz Pernkopf (8A)

 

  • Ich freue mich auf die Schule.

Durch die Isolationsmaßnahmen sind wir gezwungen, zuhause zu bleiben und alle sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Mir ist schon am zweiten Tag so langweilig geworden, obwohl ich zunächst glaubte, es würde eine gemütliche Zeit werden – eben ganz ohne Schulstress. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Ich würde mich richtig freuen, wenn der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden würde. Auch das viele Computerspielen ist schon öd geworden. Das hätte ich bis dato nicht für möglich gehalten.

  • Man spart Geld, aber das Vorglühen fehlt.

Da wir zur Zeit keine Gelegenheit haben, am Abend in Lokale oder Discos zu gehen, reduzieren sich meine Ausgaben etwas. Auch unsere Zusammenkünfte beim Vorglühen finden nicht statt. Das fehlt mir schon sehr.

  • Ich habe große Angst um meine Großeltern.

Ich mache mir wirklich große Sorgen um meine Großeltern, die ja zur Risikogruppe gehören; um mich hab ich eigentlich keine Angst. Ich hoffe sehr, dass sich meine Großeltern nicht anstecken  - das wäre wirklich das Ärgste für mich. Gott sei Dank sind sie sehr vorsichtig und meiden alle Kontakte.

  • Die Umwelt erholt sich schneller als vermutet.

Erstaunlich finde ich den Umstand, wie schnell sich die Umwelt erholt. Ich hab Bilder von Venedig auf  Youtube gesehen: Wahnsinn – da sieht man die Fische in den Kanälen und sogar Delphine an der Küste schmimmen. Ich kenne die Gewässer von Venedig nur trüb und verschmutzt.  Auch in China hat sich die Luft schon total verbessert. Das hätte ich nie gedacht, dass man nach so kurzer Zeit eine solche Veränderung beobachten kann.

  • Die Menschen werden hilfsbereiter.

Mir ist aufgefallen, dass es unter den Menschen nun zu mehr Hilfsbereitschaft kommt. Die Jungen unterstützen die Älteren mit Einkäufen usw. - das finde ich sehr schön. Auch, dass sich die jungen Menschen daran halten, die sozialen Kontakte zu den Eltern und Großeltern zu streichen – das erachte ich als sehr verantwortungsbewusst. Wir nehmen diese Krise sehr ernst.

HOFFENTLICH IST DIESE AUSNAHMESITUATION BALD VORBEI – ICH WERDE JEDEN TAG GENIESSEN UND MEIN SCHÖNES LEBEN NOCH MEHR SCHÄTZEN! ICH WÜNSCHE MIR, DASS MEINE FAMILIE UND MEINE FREUNDE GESUND BLEIBEN UND WIR BALD WIEDER EIN GEMÜTLICHES SOZIALES LEBEN HABEN.

 

 

Lea Leopold (6M)

 

  • Jetzt ist Familienzeit. 

Mütter, Väter und Kinder sind jetzt zuhause, das bedeutet, dass man einmal gemeinsam kochen kann, einen gründlichen Hausputz durchführen kann, einen Filmabend gemeinsam genießen und vielleicht auch mal zusammen bei einem Spieleabend lachen kann.

Ich denke, es tut vielen gut, ausgiebeig Zeit mit der Familie zu verbringen (und falls es zu viel wird, gibt es ja noch immer das eigene Zimmer, meistens). Viele Eltern sind ansonsten bis zum Abend hin weg und die Kinder müssen sich teilweise selbst versorgen und kochen. Am Abend, wenn Mutter und Vater erschöpft von der Arbeit zurückkommen, bleibt auch nicht mehr viel Energie, um etwas mit den Kindern zu unternehmen. Das ist natürlich nicht bei allen der Fall, aber bestimmt bei vielen. Ich finde, das ist ein positiver Aspekt in dieser grauenhaften Krise.

  • Wo ist denn der Stress geblieben? 

Dadurch, dass man nicht täglich in den Berufsverkehr und somit zu spät kommt, den ganzen Tag auf das gemütliche Zuhause warten muss und nicht noch dies und das erledigen muss, ist bestimmt bei vielen einiges an Stress abgefallen. Das tägliche Aufraffen, der tägliche Versuch, seine endlose To-do-Liste abzuarbeiten und am Ende vielleicht doch noch nicht alles erledigt zu haben, fällt bei vielen nun weitgehend weg. Außerdem werden sich viele ein Mittagsschläfchen gönnen oder öfter mal ausschlafen. Viel Schlaf lindert unseren Stress und außerdem stärkt er unser Immunsystem, was in dieser Zeit fast am wichtigsten ist. Vielleicht gibt es noch andere Menschen, die sich so verhalten wie ich und versuchen, lange zu schlafen und dann am Nachmittag in der Sonne die Arbeit zu erledigen. Es gibt kein besseres Gefühl, als sich ausgeschlafen an die Arbeit zu machen. Da wird man gleich viel produktiver.

  • Frische Luft ist das Geheimnis der Zufriedenheit. 

Das ist eine Erkenntnis über mich selbst. In meinem Heimatort schien bisher fast jeden Tag die Sonne und so begann ich, spazieren zu gehen. Ich habe über mich selbst gelernt, dass ich mir draußen an der frischen Luft selbst näherkomme, mehr „Einheit“ mit mir selbst empfinde. Nach jedem Spaziergang geht es mir so gut, ich bin erfüllt und kurzfristig wie ein anderer Mensch.

 

 

Leonie Bauer  (8B)

 

  • Die Bevölkerung ist mit einer dummen Kuhherde vergleichbar. 

Wenn eine Kuh auf der rechten Seite Gras frisst und alle andern auf der linken, dann werden in kürzester Zeit immer mehr Kühe auf die andere Seite  gehen, da sie denken, dass dort saftigeres und grüneres Gras wächst als auf ihrer Seite. Wenn die einen anfangen, Hamsterkäufe zu erledigen, dann sehen das die anderen und folgen deren Beispiel - ohne nachzudenken. Es gibt einen Unterschied zwischen bedachter Vorratsansammlung (Dosen, Tiefkühlprodukte,..)  für eine gewisse Zeit und dem Massenkauf von Lebensmitteln von kurzer Haltbarkeit (frisches Obst und Gemüse). Hat eine Kuh Panik und läuft davon, dann laufen alle mit, obwohl sie nicht wissen, warum sie überhaupt laufen.

  • Der Umwelt geht’s besser. 

In Venedig war das Wasser schon lange nicht mehr so klar wie momentan. Schwäne und Fische kommen zurück und kein Müll ist zu finden. In China hat sich die Luft ebenfalls bemerkenswert verbessert und der CO2-Ausstoß deutlich verringert. Die Quarantäne der Menschen hat also der Umwelt die Chance gegeben, sich etwas zu erholen. Vielleicht lernen wir daraus und versuchen in Zukunft umweltfreundlicher zu agieren.

  • Andere Themen werden nun ignoriert. 

Auch wenn Corona als Hauptthema in den Medien durchaus präsent sein sollte, dürfen die anderen Konflikte auf dieser Welt nicht vergessen werden. Wenig vernimmt man von der Flüchtlingswelle in Griechenland oder dem Krieg in Syrien. Entweder es wird nur ein kleiner Bericht darüber gezeigt oder aber gar nicht mehr darüber informiert. Nun stellt sich die Frage, ob das Virus wirklich so ein großes Thema sein muss, dass 24/7 darüber diskutiert wird oder ob es einfach eine auch eine gute Ablenkung für uns darstellt.

 

 

Daniel Penz (8A):

 

  • China scheint nicht viel aus der SARS-Epidemie aus dem Jahr 2003 gelernt zu haben. 

Damals wurde China vorgeworfen, dass sie am Anfang des Ausbruches diesen verheimlicht hätten. Es ging wertvolle Zeit verloren, in der man schon Maßnahmen hätte setzen können. Mit COVID-19 scheint es nicht anders zu sein. Der chinesische Arzt Li Wenliang warnte schon im Dezember 2019 vor einem Virus, der viele Lungenentzündungen verursachte und führte diesen auf SARS zurück. Doch diese Meldungen wurden von der Führung Chinas unterdrückt und Li wurde von der Polizei gezwungen , eine Schweigepflichtserklärung zu unterschreiben. Er starb am 7. Februar genau an dieser Erkrankung. Viele Menschen empörte das Vorgehen der Polizei und der Regierung. Manche wollten der Welt die tatsächliche Lage in China zeigen und veröffentlichten Videos über die Zustände in Krankenhäusern und Wohngebieten. Manche Aufnahmen zeigen, wie Personen gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen gezerrt werden. Die Regierung versuchte diese Aufnahmen zu löschen, aber die Weltöffentlichkeit konnte trotzdem den Zustand in China betrachten. Gewisse Gegner des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping werden ihm den Ausbruch des Virus als einen großen Fehler anrechnen und wollen somit seine Wiederwahl als Staatspräsident verhindern.

  • Hätte ich keinen Zugang zum Internet und auch keinen Fernseher oder Zeitungen, dann würde ich nichts von dem Virus mitbekommen. 

Als ich noch jünger war, haben mich Nachrichten oder politische Themen nicht wirklich interessiert. Als beispielsweise 2009 die Schweinegrippe ausbrach, habe ich davon überhaupt nichts mitbekommen. Ich habe nicht einmal gewusst, dass es das überhaupt gibt. Daher konnte ich auch keine Panik entwickeln und hab auch ganz normal mein Leben verbracht. Ich merke schon, dass man durch gewisse Medien den Eindruck von einer Welt, die mit jedem Jahr schlechter wird, vermittelt bekommt. Manche Medien und Personen versuchen, dem positive Nachrichten entgegenzustellen, aber diese scheinen in der Minderheit zu sein. Jetzt ist mein Interesse an Politik und Nachrichten größer als damals und trotzdem verspüre ich keine Angst oder Panik. Ich versuche nämlich, auch positive Nachrichten zu finden und sehe daher die Welt nicht nur als schlecht an. In gewissen Bereichen könnte sie besser sein, aber ich habe jetzt keine Weltuntergangsstimmung entwickelt.

  • Das beobachtbare Universum hat einen Durchmesser von ungefähr 93 Milliarden Lichtjahren. Das ganze Universum ist noch viel größer. Angesichts solcher Dimensionen erscheinen die Probleme der Menschen mit COVID-19 als marginal. 

Wenn man diese Informationen einmal gehört hat, dann fühlt man sich wie eine Ameise. Dem Universum ist es egal, was mit uns passiert und wäre auch nicht traurig, wenn wird durch Corona aussterben würden. Wenn man das einmal durchdenkt, dann könnte man schon fast depressiv werden. Unsere Existenz hat keinen Sinn, aber wir können unseren Leben einen eigenen Sinn geben. Ich sehe COVID-19 als eine Prüfung für unsere Zivilisation. Wie gehen wir als Weltengemeinschaft mit solchen Krisen um? Wie verhält sich das Individuum gegenüber seinen Mitmenschen und gegenüber der Gesellschaft? Ich sehe das Ziel der Menschheit darin, dass sie die Natur studiert und versucht, daraus etwas Brauchbares für die Menschen zu gewinnen, egal ob es Medikamente, technische Apparaturen etc. sind. Durch die Ethik sollen die Technologien so eingesetzt werden, dass sie nicht gleich zum Weltuntergang führen oder eine große Anzahl an Menschen töten. Die Menschen sollen dadurch einen gewissen Wohlstand erreichen und die Menschheit sollte auch zusammenhalten. Das größte Ziel wäre es, das Ende des Universums zu überleben, indem die Menschheit in ein Paralleluniversum reist. Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit, dass die sie theoretisch für immer existieren könnte. Ich glaube auch, dass man irgendwann gewisse Fragen in der Metaphysik oder in der Philosophie des Geistes wird beantworten können. Wenn man solche Ziele formuliert, dann scheint der Coronavirus an Bedeutung zu verlieren.

 

 

Victoria Draxler (6M)

 

  • Die Menschen werden kreativer.  

Nicht nur Social Media bieten Zeitvertreib, auch Malen oder Basteln kann einen unterhalten. Viele lieben es zu zeichnen, haben jedoch nie Zeit dafür – jetzt schon :)

 

 

Julia Bergsmann (8A)

 

  • Durch Corona werden alle anderen Ereignisse, die zurzeit auf der Welt stattfinden, vernachlässigt. 

Mir ist zwar bewusst, dass Corona die Menschen unmittelbar betrifft und unser ganzes Leben zeitweise verändert, doch es wird kaum von anderen Themen berichtet. Durch diese dauerhafte Präsenz will man irgendwann auch etwas anderes hören oder über etwas anderes reden. Man würde fast denken, dass weltweit nichts anderes passiert. Davon, dass beispielsweise der zweite Mensch von HIV geheilt wurde, hörte man kaum etwas.

  • Die Mehrheit der Bevölkerung wird hilfsbereiter. 

Viele Personen kümmern sich gerade jetzt mehr um ihre Mitmenschen. Es ist, glaube ich, jeder bereit, seinen Verwandten und Nachbarn zu helfen. Man sieht/hört auch immer wieder von Jugendlichen, die für ältere Personen einkaufen, damit diese ihr Haus nicht verlassen müssen. Als Jugendlicher hat man selbst zwar keine Bedenken vor dem Virus, man kann jedoch die Angst der Pensionisten verstehen. Zusätzlich ist mir aufgefallen, dass man Personen bei einem zufälligen Treffen freundlicher als zuvor begrüßt. Da man nur mit wenigen Leuten direkten Kontakt hat, freut man sich, wenn man beim Spazierengehen jemanden trifft. Man fühlt sich dadurch in gewisser Weise verbunden mit der Person, was eigentlich komisch ist. Doch da man normalerweise hunderte Personen am Tag sieht, freut man sich jetzt über die einzelnen Menschen umso mehr. Denn keiner möchte lange Zeit komplett isoliert leben.

  • Man versucht produktiv zu sein. 

Mitten im Schuljahr, kurz vor der Matura, hat man auf einmal einen Monat lang keine Schule. Man hat sozusagen den ganzen Tag Zeit, Dinge zu machen, für die man sonst kaum oder keine Zeit hatte. Doch durch diese große Menge an Zeit fühlt man sich verpflichtet, etwas Sinnvolles zu machen. Man möchte nicht den ganzen Tag im Bett liegen, wenn gerade diese Zeit eine Möglichkeit wäre, produktiv zu sein. Es wäre die Zeit für ein neues Hobby oder ein neues Projekt, doch damit zu beginnen fällt dennoch schwer. Jedenfalls wird jeder etwas lernen in dieser Zeit, und sei es „nur“ das, dass man die Natur und Freiheit mehr zu schätzen weiß und man nicht alles als selbstverständlich hinnimmt.

 

 


Aktuelles Übersicht
26.07.2020
26.07.2020